Das Modell der Neugestaltung der Hedwigskathedrale Berlin.
Bild: © katholisch.de
Förderbescheide von Bund und Land liegen vor

Geplante Sanierung der Hedwigs-Kathedrale nimmt wichtige Hürde

Die geplante Sanierung der Berliner Hedwigs-Kathedrale nimmt Fahrt auf: Laut Dompropst Tobias Przytarski liegen inzwischen die Förderbescheide von Bund und Land vor. Damit können nun die notwendigen Ausschreibungen und konkreten Planungen beginnen.

Berlin - 14.12.2018

Die geplante Sanierung der Berliner Sankt-Hedwigs-Kathedrale ist einen wichtigen Schritt vorangekommen. Wie Dompropst Tobias Przytarski am Freitag in einem Brief an Unterstützer und Kritiker der Umgestaltung schrieb, liegen inzwischen die Förderbescheide von Bund und Land Berlin vor. "Damit können wir endlich die notwendigen Ausschreibungen und konkreten Planungen vornehmen", so Przytarski. Laut früheren Vereinbarungen zahlt der Bund für das Projekt zwölf Millionen Euro, das Land gibt acht Millionen Euro.

Sanierung soll insgesamt 60 Millionen Euro kosten

Insgesamt wird die Sanierung der Kathedrale und des benachbarten Bernhard-Lichtenberg-Hauses mit 60 Millionen Euro beziffert. Neben Bund und Land beteiligt sich das Erzbistum Berlin mit 20 Millionen Euro an den Kosten, weitere 20 Millionen Euro sind von den anderen deutschen Erzbistümern und Bistümern zugesagt.

Przytarski zeigte sich froh und dankbar, dass das Erzbistum nach konstruktiven Gesprächen hinsichtlich der denkmalrechtlichen Genehmigung mit dem Land zu einer tragfähigen Vereinbarung gekommen sei. Im Februar hatte Berlins Oberste Denkmalschutzbehörde das Projekt weitgehend genehmigt, das Umbaukonzept gleichzeitig jedoch kritisiert. Bei den Kritikern der Sanierung ist vor allem umstritten, dass die rund acht Meter breite Bodenöffnung im Zentrum der Kirche dauerhaft geschlossen werden soll. Der Architekt Hans Schwippert hatte sie beim Wiederaufbau der Kirche nach dem Zweiten Weltkrieg als Zugang zur Unterkirche angelegt. Künftig soll an dieser Stelle stattdessen der Altar stehen.

Besondere Veranstaltungen in der geschlossenen Kathedrale

Die Kathedrale ist seit Anfang September geschlossen und wurde kurz danach ausgeräumt. Außerdem wurde die Öffnung zur Unterkirche bereits provisorisch verschlossen. "Es ist faszinierend zu erleben, wie sich der Raum dadurch verändert, intimer und geschlossener wirkt", betonte Przytarski.

Seit der Schließung wurde das Gotteshaus nur für einige besondere Aktionen geöffnet. Unter anderem fand von Ende September bis Mitte November in der Kirche die Ausstellung "Glowing Core" der Künstlerin Rebecca Horn statt, die laut Przytarski von rund 23.000 Menschen besucht wurde. Es sei dadurch gelungen, viele Menschen für den Rundbau der Kathedrale zu begeistern. Am Welttag der Armen lud das Erzbistum zudem gemeinsam mit der Gemeinschaft Sant'Egidio arme Familien, alte Menschen, Flüchtlinge und Obdachlose zu einem "familiären Festessen" in das Gotteshaus ein. "Ich habe dieses Gastmahl als wirklichen Gottesdienst erlebt, wenn auch ganz anders als gewohnt", so der Dompropst. (stz)