Ein Mann und eine Frau sitzen in der Kirchenbank und legen Geldscheine in ein Körbchen.
Weitere Spenden an Amtsverzicht geknüpft

Gläubige nutzen Kollekte für Rücktrittsforderungen an Bischof

"Wie werden wir unseren Bischof los?", haben sich Gläubige im US-Bistum Buffalo gefragt. Ihre Idee: Der Kirche kein Geld mehr spenden, bis der Mann aus dem Amt ist. Die Sache hat jedoch einen ernsten Hintergrund.

Washington - 12.11.2018

Vor dem Hintergrund einer Missbrauchsaffäre im katholischen US-Bistum Buffalo nutzen Gläubige die sonntägliche Kollekte für Rücktrittsforderungen an den Bischof. Wie der Sender CNN am Wochenende berichtete, tauchten im Klingelbeutel bei Gottesdiensten handschriftliche Mitteilungen auf, die weitere Spenden an einen Amtsverzicht von Richard Malone knüpfen. CNN waren vor einigen Wochen Kirchendokumente zugespielt worden, aus denen nach Angaben des Senders hervorgeht, dass Malone in etlichen Verdachtsfällen nichts unternommen habe.

Bereits im März hatte das Bistum Buffalo eine Aufstellung über Fälle sexuellen Missbrauchs durch Priester und höhere Kirchenvertreter veröffentlicht. Die Liste enthält 42 Namen von mutmaßlichen Tätern aus mehreren Jahrzehnten. Die meisten der Betroffenen mussten sich nicht strafrechtlich verantworten. Einige wurden vorzeitig pensioniert oder aus medizinischen Gründen aus dem Amt entfernt. Bischof Malone räumte ein, beim Vorgehen gegen sexuellen Missbrauch teilweise "hinter den Standards zurückgeblieben" zu sein. Einen Rücktritt lehnte er jedoch ab.

Richard Malone (72) ist seit 2012 Bischof von Buffalo. Zuvor war er seit 2004 Oberhirte der Diözese Portland gewesen. Malone jetziges Bistum liegt im US-Bundesstaat New York und umfasst etwa 600.000 Katholiken. (tmg/KNA)