Jugendliche auf dem Eucharistischen Kongress im Juni 2013 in Köln.
Eindrücke vom Eucharistischen Kongress in Köln

Gott liebt dich!

Es ist klar, der Eucharistische Kongress ist kein Weltjugendtag. Auch wenn das strahlende Sommerwetter es Glauben machen könnte. Keine hellblauen Rucksäcke im Zug nach Köln. Kein Pilgergedränge auf dem Bahnsteig und natürlich kein Papst. Dennoch bringt der Eucharistische Kongress auf zurückhaltende Art eine besondere Atmosphäre in die Kölner Innenstadt.

Von Janina Mogendorf |  Köln - 07.06.2013

Zwischen den einzelnen Veranstaltungsorten wandern Gruppen von Pilgern umher. Erkennbar an den roten Bändern ihrer Teilnehmerkarten. Manche stehen etwas planlos an den Straßenecken und kämpfen mit den 313 Seiten ihres Programmheftes. Die Informationen darin erschließen sich nicht immer sofort und die Wege in einer Millionenstadt sind doch meist länger, als man vorher vermutet.

Umso besser, wenn man auf einen der gut erkennbaren Helfer im roten T-Shirt trifft, die gerne Auskunft geben und den Weg zur Katechese oder zur nächsten Podiumsdiskussion weisen. Wie Alexandra aus Hennef. Noch hängt ihr T-Shirt über ihrer Handtasche. Der Dienst hat noch nicht begonnen und sie hält an einem Springbrunnen neben dem Dom das Gesicht in die Sonne.

"Ich bin als Helferin hier, weil ich voll und ganz hinter der Eucharistie stehe. Die Kommunion zu empfangen ist meine Kraftquelle und das möchte ich weitergeben." Als Missionarin sieht sie sich aber nicht. "Wenn sich ein Gespräch ergibt, gerne, aber letztlich muss sich jeder selbst mit dem Thema auseinander setzen." Aus ihrer Gemeinde sei sie leider die einzige, die sich als Helferin angemeldet habe. "Die anderen könnten mit dem Thema nicht so viel anfangen."

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Video: © Peter Philipp

Bei strahlendem Wetter fand der Schülertag des Eucharistischen Kongresses statt

Die Freude des Kardinals

Den rund 40.000 Teilnehmern des Eucharistischen Kongresses, die sich derzeit durch die Stadt bewegen geht es da anders. Ordensfrauen sind darunter, viele ältere Pilger, aber auch immer wieder junge Leute. "Angesichts des Themas erreicht dieser Kongress eher eine begrenzte Öffentlichkeit", so die Einschätzung von Kardinal Karl Lehmanns in der ersten Pressekonferenz. "Auch wenn einige Leute von weit her kommen."

Überrascht habe ihn, eine größere Zahl Jugendlicher zu sehen. Am Tag der Schulen nahmen 6.300 Schüler an den Katechesen mit den Bischöfen teil. "Der Eucharistische Kongress gibt uns die Chance, intensiv über Katechese zu sprechen, dabei eine große Zahl an Menschen zu erreichen und nachdenklich zu machen", freut sich Lehmann. Mehr wünscht er sich für die Tage in Köln nicht: "Ich habe kein Erfolgsprogramm im Kopf."

Es ist eine Vielzahl unterschiedlicher Bilder, die den Eucharistischen Kongress ausmachen. Von überfüllten Katechesen mit bekannten Bischöfen, über kaum halbvolle Säle bei Podiumsveranstaltungen bis hin zur fast kontemplativen Stille im völlig verwaisten Museumsraum der begleitenden Ausstellung "Seide statt Sünde" im Museum Schnütgen.

In Erinnerung werden nach dem Kongress wohl die besonderen Momente bleiben: Bei der Prozession am ersten Abend ziehen die Pilger im Sonnenuntergang über die Hohenzollernbrücke, die direkt auf den Hauptbahnhof zuführt. Links fahren die ICE's vorbei, rechts halten Messdiener Lautsprecher, die den Gesang des feierlichen Eröffnungsgottesdienstes übertragen. Die Pilger schlagen die Liedangaben in ihren Pilgerbüchern nach und singen gegen das Donnern der Züge an.

Jugendliche auf dem Eucharistischen Kongress im Juni 2013 in Köln.

Jugendliche auf dem Eucharistischen Kongress im Juni 2013 in Köln.

Bier, Sekt und Musik

Eine Gruppe Kölner Jugendlicher hat es sich mit Bier und Sekt an der Rheinpromenade gemütlich gemacht und staunt mit großen Augen die rund 6.000 Menschen an, die singend an ihnen vorbei ziehen, auf dem Weg zum Dom. Es sind solche Bilder, die ein Gemeinschaftsgefühl entstehen lassen auf dem Eucharistischen Kongress in Köln.

Gerade die Musik zieht nicht nur Teilnehmer, sondern auch Menschen an, denen das Thema Eucharistie ansonsten fremd ist. Etwa an der großen Bühne der katholischen Hilfswerke am Neumarkt. Dort bringt die Gruppe "Terra Brasil" ein Stück Copacabana in die Domstadt. Die südamerikanischen Klänge wehen hinüber zur Einkaufsstraße und locken nach und nach Menschen auf den Platz. Erst läuft es etwas schleppend, aber dann lassen sich viele vom Temperament der Sängerin mitreißen.

Auch auf der Domplatte dröhnen die Bässe. Das "Mobile Team" macht Stimmung und lädt die Zuschauer zu einem einfach zu lernenden Streetdance ein: "Es geht uns darum, auf verschiedenen Plätzen hier in Köln Stimmung zu machen." Dafür ist die Gruppe auf Einladung der Veranstalter extra aus Berlin angereist. "Wir waren schon auf dem Katholikentag", erzählt einer der Tänzer. "Und auch hier wollen wir jetzt die die beste Botschaft verbreiten, die es gibt: Gott liebt dich!"

Von Janina Mogendorf