Kardinal Karl Lehmann im Porträt
Bild: © KNA
Zahlreiche Reaktionen von Politikern, Bischöfen und Gläubigen

Große Anteilnahme nach Gebetsaufruf für Kardinal Lehmann

Der Mainzer Bischof Peter Kohlgraf hat zum Gebet für seinen Vorgänger Kardinal Karl Lehmann aufgerufen - mit großer Resonanz. Politiker, Mitbrüder und Gläubige beten für den "mutigen Bischof".

Mainz/Bonn - 07.03.2018

Der Aufruf des Mainzer Bischofs Peter Kohlgraf, für seinen im Sterben liegenden Vorgänger, Kardinal Karl Lehmann, zu beten, stößt auf große Resonanz. Wie der SWR am Dienstag berichtete, kamen viele Menschen in den Mainzer Dom, um dort zu beten und eine Kerze anzuzünden. Auch in den sozialen Netzwerken gab es sehr viel Zuspruch. Alleine auf Facebook ist der Gebetsaufruf von Bischof Kohlgraf schon mehr als 400mal geteilt worden. Darunter waren auch Bischöfe wie Franz-Josef Overbeck (Essen) sowie zahlreiche Bistümer, katholische Verbände, Pfarreien oder Ordensgemeinschaften. Der Bischof von Rottenburg-Stuttgart, Gebhard Fürst, twitterte: "Im Gebet begleite ich meinen Mitbruder Kardinal Karl Lehmann auf dem letzten Wegstück seiner irdischen Pilgerreise."

Viel Anteilnahme auf Facebook-Seite von katholisch.de

Auf der Facebook-Seite von katholisch.de gab es rund 1.400 Interaktionen – darunter Likes, geteilte Inhalte und sehr viel Mitgefühl. "Lieber Herr Kardinal, ich begleite sie seit vielen Jahren im Gebet und gerne auch jetzt im Besonderen", heißt es dort von einem Nutzer. Ein anderer schreibt: "Herr unser Gott, wir bitten Dich, halte Deine Hand über Kardinal Karl Lehmann und behüte Ihn. Er ist einer der immer in Deinem Sinn gehandelt hat." Lehmann sei ein "wahrhaftiger, immer gesprächsbereiter und mutiger Bischof, dessen Denken und Handeln tief im Evangelium verwurzelt war", kommentiert eine weitere Nutzerin.

Auch die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) und die CDU-Landesvorsitzende Julia Klöckner bekräftigten ihre Anteilnahme: "Ich schließe ihn in meine Gebete mit ein, Trost und Vertrauen für das letzte Wegstück mögen ihn begleiten", erklärte Dreyer am Dienstag in Mainz. "Ich wünsche Kardinal Lehmann Frieden, einen glücklichen Blick auf sein reiches Wirken und Gottes Segen." Als Ministerpräsidentin sei sie "ebenso wie die Landesregierung in Gedanken bei Kardinal Lehmann". Auch Klöckner schrieb auf Twitter: "In Gedanken und im Gebet sind wir bei ihm!"

Seit September vergangenen Jahres kämpft Lehmann mit den Folgen eines Schlaganfalls und einer Hirnblutung. Sein Zustand war laut Bistum über Monate stabil, besserte sich aber auch nicht. "Nun schwinden seine Kräfte deutlich, so dass wir in nächster Zeit um sein Leben bangen müssen", schrieb Kohlgraf in einem Brief an die Pfarrgemeinden und Mitarbeiter im Bistum. Der Kardinal sei "ruhig und gelassen". Er werde von den Ordensschwestern und Pflegekräften sehr gut versorgt: "Aber er selbst hat signalisiert, dass er sich nun auf den Weg macht - das letzte Stück seiner irdischen Pilgerreise." Bischof Kohlgraf bat die Gläubigen: "Begleiten wir ihn mit unseren Gebeten, damit ihm Trost und Vertrauen für dieses Wegstück zuteilwerden."

Fast 33 Jahre lang, von Anfang Oktober 1983 bis zum Rücktritt an seinem 80. Geburtstag am 16. Mai 2016, war Lehmann Bischof von Mainz. Von 1987 bis 2008 leitete er die Bischofskonferenz. Anfang 2001 erhob ihn der damalige Papst Johannes Paul II. zum Kardinal.

Am 27. August 2017 weihte Lehmann den Theologieprofessor Peter Kohlgraf zum neuen Bischof des Bistums Mainz - es war Lehmanns womöglich letzter öffentlicher Auftritt. Am 19. Oktober 2017 teilte das Bistum Mainz dann mit, dass Lehmann sich bereits seit Ende September 2017 im Krankenhaus befand, um sich von den Folgen eines Schlaganfalls zu erholen. Nach Informationen der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) kam Lehmann am 21. September 2017 ins Katholische Klinikum Mainz, befindet sich aber seit dem 12. Dezember 2017 in seinem Privathaus in Mainz, wo er seitdem gepflegt wird. (bod/KNA)