Ein Evangelium liegt auf dem Ambo.
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Deutsche Bischöfe predigen zu Allerheiligen

Heilige als Impulsgeber

Heute begeht die katholische Kirche das Fest Allerheiligen . In den deutschen Diözesen predigten die Bischöfe sowohl zu aktuellen Debatten wie der Sterbehilfe als auch zur grundsätzlichen Bedeutung des Festes, an dem die katholische Kirche allen Heiligen gedenkt. So erinnerte der Trierer Bischof Stephan Acker daran, dass die Heiligen auch Impulsgeber für die Gegenwart sein können.

Bonn - 01.11.2014

In einem Gottesdienst im Marienwallfahrtsort Kevelaer am Niederrhein kritisierte Hamburgs Alterzbischof Werner Thissen geistige und geistliche Missstände in der Gesellschaft. "Viele verlieren die Orientierung und wissen nicht, in welche Richtung es gehen soll", sagte er.

Unter anderem verwies er auf die Entscheidung des schleswig-holsteinischen Parlaments, in der Landesverfassung den Gottesbezug zu streichen. Es sei zu fragen, ob dies der Bevölkerung gerecht werde, von der 60 Prozent Christen seien. Auch gebe es Angehörige anderer Religionen, denen Gott wichtig sei, sagte Thissen, der bis März Erzbischof des Nordbistums war.

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An Allerheiligen ist vor allem die Nächstenliebe von großer Bedeutung.

Allerheiligen als Teil des Glaubensbekenntnisses

Weiter prangerte er die Diskussion um gesetzlich erlaubte Beihilfe zum Suizid an. "Da fragt man sich doch: Ist es denn wirklich so, dass wir es nicht schaffen können oder wollen, alten oder kranken Menschen eine angemessene Begleitung zu geben? Fehlt es uns dazu an Zeit oder an Geld?" Dank der Palliativmedizin könne jeder Schmerz ausgeschaltet werden. "Das Nachhelfen-Wollen durch den Arzt, sozusagen das tödliche Gift auf Krankenschein, ist wie ein Tod von der Stange", sagte Thissen. "Er widerspricht der Würde und Einmaligkeit jedes einzelnen Menschen." Auch hier brauche es Orientierung, die den Menschen als Geschöpf Gottes ernst nimmt.

Für den Fuldaer Diözesanbischof Heinz Josef Algermissen gehört Allerheiligen zum Glaubensbekenntnis. "Sooft wir es sprechen, bekennen wir uns dazu, dass nicht der Tod, sondern Gott das letzte Wort behält", sagte Algermissen am Samstag im Fuldaer Dom. Darum sei Allerheiligen ein österliches Fest. In der Alten Kirche habe man es am Freitag der Osterwoche gefeiert, "weil die Auferstehung Christi und die Auferstehung der Toten zusammengehören".

Der Trierer Bischof Stephan Ackermann sieht in den Heiligen Impulsgeber für die Gegenwart: Dies seien sie gerade auch in der aktuellen Diskussion um die Frage, was menschenwürdiges Leben und Sterben sei, betonte Ackermann im Trierer Dom. Markenzeichen der Heiligen sei es, so der Bischof, dass sie sich aus einem grenzenlosen Vertrauen heraus Gott ganz überlassen hätten bis zum Schluss. Darin liege ihre faszinierende Stärke.

Im Kölner Dom betonte Kardinal Rainer Maria Woelki, dass jeder Mensch zur Heiligkeit berufen sei. Dies zeige sich in alltäglichen Dingen wie etwa im freundlichen Umgang mit Kollegen oder der Bereitschaft, verzeihen zu können, sagte er laut domradio.de in seiner Predigt. (som/KNA)