Ein Kreuz mit Kerzen
Bild: © KNA
Taize-Treffen will Jugendliche aus Europa zusammenbringen

Herzlichkeit statt Komfort

Das zum Jahreswechsel erstmals grenzüberschreitend in Straßburg und der Ortenau organisierte Taize-Jugendtreffen soll die europäische Idee voranbringen. "Europa wächst oft auch auf unspektakuläre Weise aus persönlichen Begegnungen", sagte Bruder Georg von der Taize-Gemeinschaft am Donnerstag vor Journalisten in Kehl.

Kehl - 14.11.2013

Gemeinsam mit freiwilligen Helfern und Vertretern von Kirchengemeinden aus der Ortenau und dem Elsass stellte er das Programm des 36. Europäischen Taize-Jugendtreffens vor.

20.000 Jugendliche werden erwartet

Vom 28. Dezember bis 1. Januar werden rund 20.000 Jugendliche aus 30 Staaten in Straßburg erwartet. Täglich wird es zentrale Gebete im Straßburger Münster und in den Messehallen geben. Vormittags ist ein dezentrales Programm in den gastgebenden Kirchengemeinden geplant. So soll es um die Frage gehen, wie sich Christen in der Gesellschaft engagieren können. Geplant ist eine Debatte mit EU-Parlamentariern im Europaparlament oder ein Gespräch mit Richtern des europäischen Menschenrechtsgerichtshofs.

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Erzbischof Zollitsch besucht Glaubensgemeinschaft

Auch die Bischöfe Robert Zollitsch aus Freiburg, Jean-Pierre Grallet aus Straßburg und Ulrich Fischer aus Karlsruhe wollen sich beteiligen. Höhepunkt des ökumenischen Jugendtreffens ist die Feier eines alternativen Jahreswechsels. Bekannt ist die Taize-Spiritualität für ihren einfachen Lebensstil und meditative Gesänge.

Der Kehler Pfarrer Thomas Braunstein betonte, das Treffen wolle dazu beitragen, Grenzen zu überschreiten und Brücken zu bauen. "Unsere Region ist beispielhaft dafür, dass der europäische Austausch mehr sein kann als bloß grenzüberschreitendes Shopping." Wichtig sei es auch, zu einer Ökumene der verschiedenen Konfessionen beizutragen.

Zwei Quadratmeter für eine Isomatte

Derzeit sind Freiwillige in rund 100 Kirchengemeinden im Elsass und der Ortenau unterwegs, um Unterkünfte für die Teilnehmer zu suchen. "Die Jugendlichen kommen als Pilger, wichtiger als großer Komfort ist deshalb für sie die Herzlichkeit der Gastgeber", so Anna Dördelmann. Der Slogan der Herbergssuche heißt "Zwei Quadratmeter für eine Isomatte auf dem Boden für vier Nächte reichen!"

Geplant ist, dass rund 15.000 Jugendliche rund um Straßburg und 5.000 in etwa 80 grenznahen Gemeinden der Ortenau unterkommen. "Wir sind auf einem guten Weg, brauchen aber noch Quartiere und freuen uns über alle Zusagen", so Bruder Georg.

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