Ein Plakat mit einem Porträt der pakistanischen Christin Asia Bibi
Anwalt erwartet Ausreise nach Kanada

Hoffnung auf baldige Freiheit von Asia Bibi

Immer noch ist Asia Bibi nicht frei – trotz Freispruch. Die pakistanische Regierung wird von gewalttätigen Islamisten unter Druck gesetzt, ihre Familie ist in Gefahr, ihr Anwalt musste das Land verlassen: Doch er hat Hoffnung, dass die Christin bald ausreisen darf.

Berlin - 30.12.2018

Der in Pakistan verfolgten Christin Asia Bibi geht es nach Worten ihres Anwalts gut. Die Situation für ihre Familie bleibe jedoch gefährlich, sagte Saif-Ul-Malook der "Bild am Sonntag". Er hoffe auf eine rasche Lösung im neuen Jahr. Seine Mandantin werde dann "sehr wahrscheinlich" nach Kanada ausreisen.

Asia Bibi war 2010 wegen Gotteslästerung zum Tod verurteilt und im Oktober überraschend vom Obersten Gerichtshof Pakistans freigesprochen worden. Nach dem Urteil hatten Islamisten mit gewaltsamen Protesten eine Vollstreckung der Todesstrafe verlangt. Die Regierung hatte zugesagt, Asia Bibi keine Ausreise zu genehmigen. Auch werde eine mögliche Revision des Urteils geprüft.

Auch Deutschland würde Asia Bibi aufnehmen

Unter anderen hatte Deutschland sich bereit erklärt, Bibi aufzunehmen. Der Beauftragte der Bundesregierung für weltweite Religionsfreiheit, Markus Grübel (CDU), sagte kürzlich, noch habe Pakistans Oberstes Gericht nicht entschieden, ob das Urteil revidiert wird; bis dahin könne Asia Bibi das Land nicht verlassen. Die Bundesregierung stehe aber "in regelmäßigem Kontakt mit der pakistanischen Regierung".

95 Prozent der Bevölkerung in Pakistan sind Muslime. Der Rest sind Minderheiten: Christen, Hindus, Sikhs und Parsen. Zur katholischen Kirche bekennen sich rund 1,5 Millionen Menschen. Zusammen mit den vielen unterschiedlichen christlichen Konfessionen leben in Pakistan sechs Millionen Christen, die zusammen etwa zwei Prozent der Bevölkerung ausmachen. (KNA)