Initiative gegen Förderung von Katholikentag in Erfurt
Bürgerbegehren soll Subventionierung verhindern

Initiative gegen Förderung von Katholikentag in Erfurt

Vor einer Woche beschloss der Erfurter Stadtrat, den Katholikentag 2024 mit 600.000 Euro zu fördern. Doch jetzt formiert sich Widerstand. Eine Bürgerinitiative bezeichnet den Zuschuss als verfassungswidrig.

Erfurt - 12.09.2018

Gegen den Förderbeschluss des Erfurter Stadtrats für einen Katholikentag im Jahr 2024 formiert sich Widerstand. Wie eine Bürgerinitiative "Erfurt zahlt nicht! - Erfurt bleibt weltanschaulich neutral" am Mittwoch ankündigte, will sie an diesem Donnerstag bei der Stadtverwaltung die Zulassung eines Bürgerbegehrens beantragen. Sie wendet sich gegen eine "verfassungswidrige Subventionierung von Kirchen- und Katholikentagen".

Der Stadtrat beschloss vor einer Woche die Förderung eines Katholikentags mit 600.000 Euro. Ob das Christentreffen in sechs Jahren in Thüringens Landeshauptstadt stattfindet, entscheidet das Zentralkomitee der deutschen Katholiken voraussichtlich im November. Es veranstaltet die Großvevents mit mehreren zehntausend Teilnehmern in der Regel alle zwei Jahre.

Piraten, Linke und Humanisten als Unterstützer

Nach Angaben der Bürgerinitiative hat die Stadt vier Wochen Zeit, über die Zulässigkeit des Bürgerbegehrens zu befinden. Wenn sie ihre Erlaubnis erteile, dürften die erforderlichen 7.000 Unterschriften gesammelt werden, um einen Bürgerentscheid zu ermöglichen. In Thüringen müssen sieben Prozent der Stimmberechtigten einer Gemeinde das Bürgerbegehren unterstützen, damit ein Bürgerentscheid möglich wird.

Nach Angaben der Initiative haben mehrere Organisationen ihre Unterstützung für das Bürgerbegehren angekündigt, darunter die Piratenpartei Erfurt, die Linksjugend ['solid] Erfurt, der Thüringer Landesverband der Partei der Humanisten, die Regionalgruppe Mittelthüringen der Giordano-Bruno-Stiftung sowie die Kunstaktion "11. Gebot: Du sollst Deinen Kirchentag selbst bezahlen!". Bei den vorangegangenen Katholikentagen in Leipzig (2016) und Münster (2018) hatte es ebenfalls Streit über Höhe und Form der städtischen Unterstützung gegeben. (KNA)