Der Petersdom im Abendlicht.
Vatikan distanziert sich von judenfeindlicher Aussage

Ins Abseits manövriert

Der Vatikan weist die jüngsten Äußerungen des Generaloberen der traditionalistischen Piusbruderschaft, Bernard Fellay, über das Judentum als unhaltbar zurück. "Es ist unmöglich, über die Juden als 'Feinde der Kirche' zu sprechen", sagte Vatikansprecher Federico Lombardi am Montag in Rom.

Vatikanstadt - 08.01.2013

Das Bekenntnis des Vatikan zum katholisch-jüdischen Dialog sei "eindeutig und wohlbekannt". Es komme in der Erklärung "Nostra Aetate" des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962-1965) sowie den diversen Synagogenbesuchen der Päpste zum Ausdruck. Fellay hatte Ende Dezember vor Mitgliedern der Priesterbruderschaft St. Pius X. im kanadischen New Hamburg "Juden, Freimaurer und Modernisten" als "Feinde der Kirche" bezeichnet.

Sackgasse bei Verhandlungen zur Wiederaufnahme

Die Bemühungen um eine Rückkehr der Piusbrüder in die volle Gemeinschaft mit der katholischen Kirche sind derzeit an einem toten Punkt. Im September 2011 hatte der Vatikan dem Generaloberen Fellay eine "Lehrmäßige Präambel" überreicht, in der die vollständige Anerkennung des Zweiten Vatikanums als Voraussetzung für eine vollständige kirchliche Eingliederung genannt wurde. Eine offizielle Antwort der Piusbrüder steht immer noch aus. Der Vatikan räumte den Traditionalisten im Oktober überraschend eine längere Bedenkzeit ein.