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Streit um das Video "Dear Future Mom"

Kann ein Lächeln verstörend wirken?

In Frankreich darf das Kurzvideo "Dear Future Mom" über Menschen mit Down-Syndrom nicht im Fernsehen gezeigt werden. Die Begründung für das Verbot sorgt bei Eltern von Kindern mit Trisomie 21 für Entsetzen.

Bonn - 22.11.2016

Das Video "Dear Future Mom" zeigt Menschen auf der ganzen Welt mit Down-Syndrom. Sie lächeln, sprechen darüber, was ihr Leben ausmacht und dass sie glücklich sind. Das Video wurde 2014 auf Youtube von der italienischen Organisation "CoorDown" veröffentlicht, die sich für Menschen mit Down-Syndrom einsetzt. Wie die ersten Sekunden zeigen, war es als Antwort gedacht auf die verzweifelte Anfrage einer Schwangeren, bei deren Kind Trisomie 21 diagnostiziert wurde und die sich nicht vorstellen konnte, wie das Leben des behinderten Kindes aussehen sollte.

Gericht bestätigt Verbot

Nun sorgt der Umgang der französischen Regierungsbehörde mit dem Video bei Eltern von Kindern mit Trisomie 21 für Ärger. Das oberste französische Verwaltungsgericht hat im November ein schon früher ausgesprochenes Verbot bestätigt, das Video im Rahmen von Fernsehwerbung zu zeigen. Die Behörde beruft sich bei der Entscheidung unter anderem auf das Argument, dass das Video auf Frauen, die ein Kind mit Down-Syndrom abgetrieben haben, verstörend wirken könnte.

Auch in Frankreich wird ein Großteil der Embryonen, bei denen Down-Syndrom diagnostiziert wurde, abgetrieben. Die dortige Lejeune-Stiftung hat nun angekündigt, den Fall des Videos "Dear Future Mom" vor den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte zu bringen. Die Stiftung ist benannt nach dem französischen Arzt Jérôme Lejeune, der sich für die Rechte behinderter Kinder einsetzte und auch Mitglied der päpstlichen Akademie der Wissenschaften war. (fxn/gho)