Kardinal Woelki warnt vor vorschnellen Urteilen
Aufruf für die letzte Fastenwoche

Kardinal Woelki warnt vor vorschnellen Urteilen

An Palmsonntag bereiteten die Menschen Christus einen triumphalen Empfang in Jerusalem. Kurz danach verlangte die wütende Menge seine Hinrichtung. So seien die Menschen noch heute, meint Kardinal Rainer Maria Woelki und gibt einen besonderen Fastenimpuls.

Köln - 14.04.2019

Der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki hat am Palmsonntag vor vorschnellen Urteilen über Menschen gewarnt. Damals als Jesus in Jerusalem eingezogen sei, habe das Volk ihm "Hosianna" zugejubelt, sagte er am Sonntag dem kirchlichen Kölner Internetportal domradio.de. Und nur wenig später hätten dieselben Menschen geschrien: "Ans Kreuz mit ihm!".

So seien die Menschen bis heute, sagte Woelki. Eben noch als Weltmeister und Sieger Gefeierte, würden wenig später als "Flaschen" und "Versager" bezeichnet. "Fragen Sie mal einen frisch gefeuerten Fußballtrainer, oder denken Sie an den Papst. Gerade noch der große Hoffnungsträger für die ganze Welt – und im nächsten Augenblick aus Sicht vieler ein Sturkopf im Vatikan."

Der Kardinal rief zum bevorstehenden Osterfest dazu auf, in der letzten Fastenwoche vielleicht nicht nur von Süßigkeiten oder Alkohol zu lassen. Vielmehr sollten die Menschen einmal ganz bewusst auf oftmals so vernichtende Urteile verzichten. "Jeder, der so auf dem Weg der Umkehr ist, geht gemeinsam mit Jesus dem österlichen Licht entgegen", sagte der Kardinal.

Anfang der Woche hatte Kardinal Woelki die Gläubigen zum Sakrament der Beichte eingeladen. "Keiner von uns ist ja ohne Schuld", wer seine Sünden aufrichtig bereue, dürfe auf Gottes Vergebung hoffen. Auch er selbst beichte regelmäßig: "Ich weiß, wie gut das tut, wenn Gott mir dieses wunderbare Geschenk - das Geschenk seiner Versöhnung macht", so der Erzbischof. Gott ermögliche so einen Neuanfang. (cst/KNA)