Katholikenforum stärkt Söder im Kreuz-Streit den Rücken
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Andere Kirchenvertreter hatten überwiegend Kritik geübt

Katholikenforum stärkt Söder im Kreuz-Streit den Rücken

Kirchenvertreter hatten überwiegend Kritik geübt: Markus Söder würde das Kreuz für seinen Wahlkampf instrumentalisieren. Nun bekommt der CSU-Politiker Unterstützung vom Forum Deutscher Katholiken.

Bonn/Kaufering - 27.04.2018

In der Debatte um den Kreuz-Erlass der bayerischen Staatsregierung stellt sich das "Forum Deutscher Katholiken" auf die Seite von Ministerpräsident Markus Söder (CSU). Der Forumsvorsitzende Hubert Gindert dankte Söder am Freitag in einer in Kaufering veröffentlichten Stellungnahme. "Unsere Kultur steht auf einem christlich geprägten Fundament", heißt es darin. Das Kreuz sei "sichtbares Zeichen einer Religion, die Gewaltlosigkeit einfordert, sogar Feindesliebe einschließt und Nächstenliebe fördert". Das Kreuz bedrohe niemanden und schütze auch Andersgläubige und Nichtglaubende.

Das Kreuz in staatlichen Gebäuden sei "Ausdruck dieser Gesinnung", so Gindert. Die Initiative der Staatsregierung stehe im Einklang mit der Bayerischen Verfassung und sei auch Ausdruck der "Liberalitas Bavariae". Das "Forum Deutscher Katholiken" danke dem Ministerpräsidenten "für seinen Mut, uns daran zu erinnern!"

Überwiegend Kritik von Kirchenvertretern

Das im Jahr 2000 gegründete "Forum Deutscher Katholiken" versteht sich selbst als lockerer Verband "papst- und kirchentreuer Katholiken", die sich "zum Glauben unserer Kirche bekennen, wie er im 'Katechismus der Katholischen Kirche' zusammengefasst ist".

Am Dienstag hatte das bayerische Kabinett beschlossen, ab 1. Juni im Eingangsbereich von Dienstgebäuden ein Kreuz als "sichtbares Bekenntnis zu den Grundwerten der Rechts- und Gesellschaftsordnung in Bayern und Deutschland" aufzuhängen. Von Kirchenvertretern hatte es überwiegend Kritik für diese Begründung gegeben. So warnte Bambergs Erzbischof Ludwig Schick vor einem "Missbrauch" des Kreuzes. Der Bochumer Dogmatiker Georg Essen warf Söder sogar Blasphemie und Häresie vor. Der Bund der Deutschen Katholischen Jugend Bayern (BDKJ) und die Evangelische Jugend Bayern (EJB) empörten sich in einem gemeinsamen Offenen Brief: "Damit wird das Ursymbol des Christentums, das für das Heilsversprechen Gottes an alle Menschen steht, instrumentalisiert und als Ausgrenzungssymbol missbraucht."

Das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) hatte dagegen zu einer Mäßigung in der Debatte aufgerufen. "Das Kreuz ist ein ernstes Thema und völlig ungeeignet für Belustigungen jeglicher Art", sagte ZdK-Präsident Thomas Sternberg den Zeitungen des RedaktionsNetzwerks Deutschland. Das Kreuz betone den Stellenwert von Religionen und bedeute keine Ausgrenzung. (bod/KNA)