Teilnehmer beim "Marsch für das Leben" 2013 in Berlin.
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Keine Unterstützung seitens der Laienvertretung

Katholikenrat fördert "Marsch für das Leben" nicht

Der "Marsch für das Leben" muss auf die Hilfe des Berliner Diözesanrats verzichten. Einem Antrag der Organisatoren zum Teilnahmeaufruf stimmt der Katholikenrat nicht zu. Das hat einen bestimmten Grund.

Berlin - 24.05.2017

Der diesjährige "Marsch für das Leben" in der Hauptstadt findet ohne Rückhalt des Berliner Diözesanrats der Katholiken statt. Die höchste Laienvertretung im Erzbistum lehnte einen Antrag zur Unterstützung bei ihrer jüngsten Vollversammlung mit großer Mehrheit ab, wie der Ratsvorsitzende Bernd Streich am Mittwoch bestätigte. Der 13. Marsch dieser Art in Berlin ist für den 16. September geplant. Organisiert wird er von 13 deutschen Lebensschutzorganisationen.

Laut dem von Ratsmitgliedern eingebrachten Antrag sollte der Katholikenrat die Katholiken des Erzbistums zur Teilnahme an dem Marsch aufrufen. Die Kundgebung wendet sich unter anderem gegen Abtreibung und Euthanasie. Dagegen kam nach Angaben des Ratsvorsitzenden in der Aussprache vor der Abstimmung der Einwand, dass viele Befürworter des Marsches eine differenzierte Auseinandersetzung mit dem komplexen Thema des Lebensschutzes vermissen ließen.

Am 12. Marsch für das Leben nahmen im vergangenen Jahr nach Angaben der Veranstalter rund 7.500 Menschen aus ganz Deutschland teil, unter ihnen die stellvertretende AfD-Bundesvorsitzende Beatrix von Storch. Es kamen auch fünf katholische Diözesan- und Weihbischöfe: Erzbischof Heiner Koch (Berlin) und Bischof Rudolf Voderholzer (Regensburg) sowie die Weihbischöfe Matthias Heinrich (Berlin), Dominikus Schwaderlapp (Köln) und Florian Wörner (Augsburg). Evangelische Bischöfe nahmen nicht teil.

Erzbischof Koch rief damals in einem Grußwort zum Einsatz dafür auf, "dass jeder Mensch sein Leben gut entfalten kann, vom ersten Augenblick im Mutterschoß an bis zum letzten Atemzug". Er wandte sich dagegen festzulegen, "welches Leben ab wann lebenswert ist". In seiner Ansprache nannte Koch auch "die Flüchtlinge und die Leistungsschwachen, die Menschen in Aleppo und in den Todeszellen der Gefängnisse dieser Welt". (KNA)