Kirche weist scharfe Kritik an Papstreise zurück
Tageszeitungen fällten vernichtendes Urteil

Kirche weist scharfe Kritik an Papstreise zurück

Argentinische Zeitungen fällten ein vernichtendes Urteil über den Besuch von Papst Franziskus in Chile. Die Kirche im Land weist die Kritik zurück. Ein Bischof vermutet ein Motiv hinter den Schlagzeilen.

Buenos Aires - 21.01.2018

Nach der teilweise scharfen Kritik in großen argentinischen Tageszeitungen am Besuch von Papst Franziskus in Chile hat der Vorsitzende der Argentinischen Bischofskonferenz die Berichterstattung kritisiert. Bischof Oscar Vicente Ojea Quintana sagte dem linksgerichteten Blatt "Pagina 12" in einem Interview (Sonntag), es sei eine absolute Lüge zu behaupten, die Reise sei ein "Reinfall" gewesen. Stattdessen habe er den Eindruck, dass "einige Angst vor dem Papst haben".

Während konservative Zeitungen den Chile-Aufenthalt des Papstes als "die schlechteste Reise innerhalb der fünf Jahre nach dessen Wahl" bewerteten, sagte Ojea Quintana: "Ich habe alles selbst miterlebt. Der Aufenthalt des Papstes war positiv, ein wahrhaftiges Fest, ein Volksfest."

Bischof vermutet gezieltes Vorgehen

Hinter der kritischen Berichterstattung etwa in den argentinischen Tageszeitungen "Clarin" und "La Nacion" vermutet Ojea Quintana ein gezieltes Vorgehen: "Mein Eindruck ist, es existiert eine Entscheidung, die Botschaft des Papstes zu verdrängen." Als Motiv für die Kritik sieht Ojea Quintana die Furcht vor dem Einfluss des Papstes: "Vor diesem Papst haben sie Angst, Angst vor seiner Führungsrolle, seiner Fähigkeit, die Leute für seine Ideen und Figur zu verbünden." (KNA)

Themenseite: Papstreisen

Als Oberhaupt der katholischen Kirche absolviert Papst Franziskus regelmäßig Reisen innerhalb Italiens und in andere Länder. Diese Themenseite bündelt die Berichterstattung von katholisch.de zu den Reisen des Heiligen Vaters.