Ein brennendes Räucherstäbchen vor dem Kopf einer Buddha-Statue.
Eine europaweit einmalige Kooperation in Österreich

Kirchliche Hochschule bildet buddhistische Lehrer aus

Europaweit einmalig: In Österreich können demnächst buddhistische Religionslehrer für verschiedene Schulformen ausgebildet werden - und zwar an einer Hochschule mit kirchlichen Trägern.

Wien - 23.11.2017

In Kürze können in Österreich buddhistische Religionslehrer ausgebildet werden: Die Kirchliche Pädagogische Hochschule (KPH) Wien/Krems bietet ab 2018 einen entsprechenden Studiengang an. Das gab die Hochschule am Dienstag bekannt. Dafür hat sie eine Kooperation mit der Österreichischen Buddhistischen Religionsgesellschaft vereinbart. Auch Weiterbildungen oder Umschulungen mit diesem Ziel sind ab nächstem Jahr möglich. "Diese Ausbildung ist europaweit einmalig", sagte Hannes Martschin, Pressesprecher der KPH, auf katholisch.de-Anfrage.

Neben dieser Ausbildung können Studenten an der Hochschule auch zum katholischen, evangelischen, altkatholischen und orthodoxen oder freikirchlichen, muslimischen sowie jüdischen Religionslehrer ausgebildet werden. Um den Bachelorabschluss als Religionspädagoge zu erhalten, absolvieren die Studenten eine mehrjährige allgemeine Ausbildung. Anschließend können sie sich in einem Schwerpunktjahr auf eine Religion festlegen und je nach Abschlussprüfung an unterschiedlichen Schulformen unterrichten. Grundlage für diese Gestaltung war eine Gesetzesreform, nach der Religionslehrer nicht mehr in den Einrichtungen der Religionsgemeinschaften ausgebildet werden, sondern eine einheitliche Ausbildung an Hochschulen und Universitäten erhalten sollen.

Ab vier oder fünf Studierenden geht es los

Der Buddhismus ist in Österreich seit 1983 staatlich anerkannt, seit 1993 gibt es buddhistischen Religionsunterricht an Schulen. Laut ORF hat der Buddhismus etwa 25.000 Anhänger. Zurzeit unterrichten bereits 14 buddhistische Religionslehrer rund 230 Schüler. Derzeit würden die Curricula für die buddhistischen Lehrveranstaltungen erstellt, ab Herbst 2018 könnte es dann losgehen, erklärte Martschin. Ab vier oder fünf Studierenden würde unterrichtet, "aber wir rechnen nicht damit, dass die schon zusammenkommen." Einen eigenen Lehrstuhl werde es daher auch nicht geben, es seien aber Lehraufträge geplant.

Die Interreligiösität ist der als ökumenisch gegründeten Hochschule laut Martschin ein großes Anliegen: "Wir glauben, dass interreligiöse Kompetenz zu europäischem Frieden führt." Die KPH ist mit die größte private Pädagogische Hochschule Österreichs. Sie hat sechs Standorte und wird in ökumenischer Zusammenarbeit von der Erzdiözese Wien und der Diözese St. Pölten sowie der Evangelischen, der Griechisch-Orientalischen, den Orientalisch-Orthodoxen und der Altkatholischen Kirche Österreichs getragen. (jhe)