Das Kloster Helfta in der Nähe der Lutherstadt Eisleben.
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Herrenhaus auf dem Klostergelände zur Flüchtlingsunterbringung verpachtet

Kloster Helfta nimmt 50 Flüchtlinge auf

Ab Dezember können rund 50 Geflohene aus Syrien im Herrenhaus auf dem Gelände von Kloster Helfta untergebracht werden. Ein weitergehendes Engagement der Zisterzenserinnen scheiterte an Brandvorschriften.

Eisleben - 03.11.2015

Die ursprünglichen Pläne, das geschlossene Hotel des Klosters ebenfalls für die Unterbringung von Flüchtlingen zu nutzen, seien aus "logistischen Gründen" aufgegeben worden, sagte Hansen. Ab Frühjahr 2016 wolle das Kloster wieder gastronomischen Service anbieten, um der zuletzt abnehmenden Besucherzahl entgegenzusteuern. Beides zusammen sei aus Brandschutzvorschriften aber nicht miteinander vereinbar. "Wir wollen Flüchtlingen helfen, aber wir wollen auch etwas für Eisleben tun", so die Priorin.

Kloster wurde 1999 wieder besiedelt

Das Kloster Helfta bei Lutherstadt Eisleben wurde 1229 gegründet. Es entwickelte sich zu einem der bedeutendsten Frauenklöster im Zentrum Europas, bevor es 1525 in den Bauernkriegen unterging. Später war die Anlage preußische Staatsdomäne und DDR-Volksgut. 1999 wurde sie von Zisterzienserinnen aus dem bayerischen Kloster Seligenthal wieder besiedelt. Sie machten daraus ein kulturelles Zentrum mit überregionaler Ausstrahlung. (KNA)

Mystische Frauenpower

1229 gegründet und nahe der Lutherstadt Eisleben im heutigen Bistum Magdeburg gelegen, war das Kloster von jeher ein Ort starker Frauen. Im Mittelalter residierten hier bekannte Mystikerinnen.