Kritik an Plänen für Silvesterparty am Kölner Dom
Jahreswechsel soll mit organisierter Veranstaltung gefeiert werden

Kritik an Plänen für Silvesterparty am Kölner Dom

Eine Silvesternacht wie im vergangenen Jahr soll sich in Köln nicht wiederholen. Darüber sind sich in der Stadt alle einig. Doch die Kirche reagiert zurückhaltend auf das neue Party-Konzept.

Köln - 11.06.2016

Kritisch sieht Kleine aber das Vorhaben, auf sämtlichen Plätzen in Domnähe, insbesondere auf dem Roncalliplatz direkt neben dem Dom, eine Art Silvester-Kirmes zu etablieren. Dies wäre "ein bisschen zu viel des Guten", sagte er. Bislang seien die Plätze an Silvester nicht kommerziell genutzt worden. Die Stadt müsse prüfen, ob die Pläne mit dem Platzkonzept kompatibel seien. Ein Programm auf dem Roncalliplatz von nachmittags bis nachts um drei Uhr müsste auf jeden Fall Rücksicht nehmen auf den abendlichen Gottesdienst zum Jahresabschluss im Dom, sagte der Domdechant und erinnerte zugleich an den Beschuss des Domes mit Silvesterraketen im vergangenen Jahr.

Kleine wandte sich auch gegen eine Illumination des Domes zu Silvester. An das Domkapitel werde zu unterschiedlichsten Anlässen immer wieder dieser Wunsch angetragen. Der Dom sei aber keine Litfaßsäule. Deshalb habe das Domkapitel beschlossen, nur noch aus Eigeninitiative den Dom zu beleuchten.

Party mit Kölner Bands und Friedenspreisträger

Nach den Silvesterübergriffen beim letzten Jahreswechsel in Köln will der Eventmanager Stephan Gorol mit einem Fest rund um den Dom am 31. Dezember für ein friedlichen Zusammenleben werben. Die Stadt habe sich offen gezeigt für die Feier mit dem Titel "Zusammen neu beginnen - Willkommen 2017", berichtete die "Kölnische Rundschau" (Freitag). Auf mehreren Bühnen sollen demnach Kölner Bands auftreten sowie Lichtinstallationen die Domumgebung in Szene setzen. Zudem sollten Prominente die "Kölner Botschaft" verlesen, einen Text des Trägers des Friedenspreises des deutschen Buchhandels, Navid Kermani. Laut Konzept werden auf dem Bahnhofsvorplatz auf einer Leinwand die Feiern aus aller Welt und Konzerte zu sehen sein. Der Kölner Stadtdirektor Guido Kahlen sagte der Zeitung, das Konzept müsse nun mit Polizei, Feuerwehr und Ordnungsdienst geprüft werden. (KNA)

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