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Zeitung: Ausmaß "am unteren Rand von Kinderporno-Verfahren"

Limburger Kinderporno-Fall endet wohl mit Strafbefehl

Der Kinderporno-Verdachtsfall im Bistum Limburg endet laut der "Frankfurter Neuen Presse" wohl mit einem Strafbefehl. Auch der beschuldigte Mitarbeiter des Bistums äußerte sich gegenüber der Zeitung.

Frankfurt/Limburg - 23.02.2018

Die vor einem Jahr begonnenen Ermittlungen im Kinderpornografie-Verdachtsfall im Bistum Limburg sind abgeschlossen. Das sagte der Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main, Georg Ungefuk, am Freitag der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). Er bestätigte insoweit einen Bericht der "Frankfurter Neue Presse". Auskunft über "die ergangene Abschlussentscheidung" könne er momentan noch nicht geben, sagte der Sprecher. Auch ein Bistumssprecher wollte sich derzeit nicht äußern. Nach Informationen der Zeitung wird der beschuldigte, seit Februar 2017 freigestellte Bistumsmitarbeiter "mit einem Strafbefehl davonkommen". Dies würde bedeuten, dass es keine öffentliche Gerichtsverhandlung gibt.

Seit Anfang Februar 2017 ermittelte die Zentralstelle zur Bekämpfung der Internetkriminalität (ZIT) – eine Sondereinheit der Generalstaatsanwaltschaft – gegen den Mann wegen des mutmaßlichen Besitzes von kinderpornografischem Material. Bei einer Durchsuchung waren Datenträger sichergestellt worden, die von Spezialisten analysiert wurden. Nach Angaben der Zeitung soll das Ausmaß des Falls "am unteren Rand von Kinderporno-Verfahren" liegen. Häufig gehe es in entsprechenden Verfahren um den Besitz von 20.000 bis 30.000 Dateien. Hier sollen es deutlich weniger gewesen sein. Die Dateien seien auf elektronischen Medien des Beschuldigten in seinen Büro- und Privaträumen sichergestellt worden.

"Die Aufnahmen sollen dem Vernehmen nach keinen Missbrauch oder andere brutale Darstellungen zeigen, sondern sogenannte Posing-Bilder sein, auf denen Kinder geschlechtsbetont zu sehen sind", heißt es in dem Zeitungsbericht. Der Beschuldigte sagte der Zeitung, dass ihm "alles unendlich leid tut" und er "gerne alles rückgängig machen möchte, was leider nicht geht". Den Angaben zufolge fügte der 56-Jährige Familienvater hinzu: "Ich habe Fehler gemacht und bin schuldig geworden." Ihm bleibe nur, "alle um Vergebung zu bitten". Er sei im vergangenen Februar mehrere Wochen in einer Klinik gewesen und sei seit dieser Zeit in Therapie. "Niemals mehr möchte ich wieder in eine solche Situation geraten", sagte der Beschuldigte. (KNA)