Der Felsendom in Jerusalem.
Erhöhte Sicherheitsstufe nach mutmaßlichem Anschlag in Jerusalem

LKW-Fahrer rast in Gruppe von Soldaten

Nach einem mutmaßlichem Terroranschlag in Jerusalem hat die israelische Polizei die Sicherheitsstufe erhöht. Ein LKW-Fahrer war in eine Gruppe Soldaten gerast.

Jerusalem - 08.01.2017

Nach einem mutmaßlichem Terroranschlag in Jerusalem hat die israelische Polizei die Sicherheitsstufe erhöht. Ein LKW war am Sonntag im Südwesten der Stadt in eine Gruppe israelischer Soldaten gerast, die aus einem Bus ausstiegen. Drei Soldatinnen und ein Soldat, alle Anfang 20, starben. 15 weitere Menschen wurden teils schwer verletzt und in umliegende Krankenhäuser gebracht. Der Straßen rund um den Tatort im Südosten der Stadt wurden für den Verkehr gesperrt.

Rettungskräfte versuchten Medienberichten zufolge, weitere noch unter dem LKW eingeklemmte Verletzte zu bergen. Der Fahrer habe den Wagen absichtlich in die Gruppe gelenkt, teilte die Polizei mit. Er sei erschossen worden, zitiert die Zeitung "Haaretz" den zuständigen Polizei-Chef. Den Angaben zufolge soll es sich um einen Palästinenser aus dem Ostjerusalemer Stadtteil Jabal Mukaber handeln. Die Polizei geht von einem terroristischen Hintergrund aus und hat die Ermittlungen aufgenommen.

Netanjahu: Islamischer Staat als Drahtzieher

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu geht von einem Anschlag der Terrorgruppe "Islamischer Staat" (IS) aus. Der "mörderische Angriff" sei wie die Anschläge in Frankreich und Deutschland "Teil desselben andauernden Kampfes gegen die weltweite Geißel des neuen Terrorismus", sagte Netanjahu laut Mitteilung des Regierungspressebüros am Sonntag beim gemeinsamen Besuch des Tatorts mit Verteidigungsminister Avigdor Liberman.

Die radikalislamische Hamas lobte den Angriff laut einem Bericht der Tageszeitung "Jerusalem Post" in einer Twitterbotschaft als heroisch. Der UN-Sonderkoordinator für den Nahen Osten, Nickolay Mladenov, verurteilte die Glorifizierung des Anschlags durch die Hamas und rief dazu auf, eine Eskalation der Gewalt zu verhindern. Auch diplomatische Vertreter aus den USA und Europa verurteilten die Gewalttat und sprachen den Familien der Opfer ihr Beileid aus. (jml/KNA)

8.01.17, 17.48 Uhr: ergänzt um Statements von Ministerpräsident, Hamas und UN

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