Mainzer Kita-Affäre: Bis zu vier "übergriffige" Kinder
Eltern werden auf Hilfen wie psychologische Betreuung hingewiesen

Mainzer Kita-Affäre: Bis zu vier "übergriffige" Kinder

Nach sexuellen Übergriffen unter Kindern in einer Mainzer Kindertagesstätte rückt eine kleine Gruppe in den Fokus. Vermutlich seien bis zu vier Kinder "übergriffig" geworden, sagte die kommissarische Leiterin der katholischen Kita, Anja Zerbe, am Montag.

Mainz - 22.06.2015

Sie bekräftigte, dass beim angebotenen Wechsel der Kinder in andere katholische Tagesstätten keine "Anführer" mit "Opfern" zusammenkommen sollten. Das gelte auch für die Einschulung nach dem Sommer. "Wir haben das alles im Blick."

In einer neuen Rundmail an die Eltern habe sie auf noch freie Plätze in anderen Kindergärten und auf Hilfen wie psychologische Betreuung hingewiesen, sagte Zerbe. "Außerdem überlegt der Kinderschutzbund, einmal in der Woche ein Elterncafé anzubieten."

Sexuelle Übergriffe, Erpressung und Gewalt

In der Kita "Maria Königin" in Mainz-Weisenau mit 55 Kindern soll es dem Bistum Mainz zufolge schwere sexuelle Übergriffe, Erpressung und Gewalt unter den Drei- bis Sechsjährigen gegeben haben. Die Diözese kündigte den sieben Mitarbeitern und schloss die Kita bis September.

Staatsanwaltschaft und Polizei begannen mit Ermittlungen, bei denen insgesamt mehr als 100 Kinder und Erwachsene befragt werden könnten. Dies werde "voraussichtlich geraume Zeit in Anspruch nehmen", teilte die Leiterin der Mainzer Staatsanwaltschaft, Andrea Keller, mit. Befragt würden zuerst Kinder und Eltern, bevor möglicherweise Erzieher als Beschuldigte an die Reihe kämen. (stz/dpa)

Linktipp: Mutmaßlich sexuelle Gewalt in Kita

Wegen mutmaßlicher sexueller Übergriffe unter Kindern ist in Mainz eine katholische Kita vorübergehend geschlossen worden. Der Generalvikar des Bistums, Dietmar Giebelmann, zeigte sich fassungslos und bat um Entschuldigung. Allen Erziehern der Kita wurde fristlos gekündigt.