Der Jesuit Klaus Mertes
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Jesuit über Missbrauch und Leitungsversagen

Mertes: Kardinal Müller hat überhaupt nichts verstanden

Homosexualität und Atheismus: Für Kardinal Gerhard Ludwig Müller sind das die beiden Auslöser für die aktuelle Krise der Kirche. Der Jesuit Klaus Mertes nennt dessen Aussagen nicht nur "unglaublich dreist". Er gibt Müller und "seinesgleichen" auch einen Tipp für die Zukunft.

Bonn - 23.11.2018

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Homosexualität und Atheismus: Für Kardinal Gerhard Ludwig Müller sind das die beiden Auslöser für die aktuelle Krise der Kirche. Der Jesuit Klaus Mertes nennt dessen Aussagen "unglaublich dreist" - und gibt Müller und "Seinesgleichen" einen Tipp für die Zukunft.

Der Jesuit Klaus Mertes hart scharfe Kritik an Kardinal Gerhard Ludwig Müller geübt. Die jüngsten Aussagen des Kardinals zur Kirchenkrise seien der "zum Dogma geronnene klerikale Dünkel", der der Schlüssel zum Gesamtproblem Missbrauch ist, so Mertes am Freitag im Interview mit katholisch.de. Müller hatte in einem Interview unter anderem gesagt, dass Laien nicht über Bischöfe urteilen könnten.

Auch auf die Aussage Müllers, dass sich die Kirche im Hinblick auf die Missbrauchsfälle mit der praktizierten Homosexualität auseinandersetzen müsse, griffe der Jesuit auf. Es gebe eine Fraktion, die den Homosexuellen die Schuld geben wolle, so Mertes. Doch das entscheidende Problem liege in der Tabuisierung der Homosexualität selbst. Die Aussagen des früheren Glaubenspräfekten seien daher "unglaublich dreist" und "abgründig falsch".

Der Jesuit äußerte sich während der Vollversammlung des Zentralkomitees der deutschen Katholiken in Bonn. Dabei stellte er sich auch hinter seinen Ordensbruder Ansgar Wucherpfennig. Kardinal Müller rät er dazu, zehn Jahre lang Pfarrer in einer normalen Stadtgemeinde zu sein - und bis dahin zu schweigen. (bod)