Ministranten aus dem Bistum Aachen
Bild: © Privat
Gemeinschaft Sant’Egidio betreibt Schule seit den 1980er Jahren

Messdiener besuchen eine Schule für Flüchtlinge

Die Ministranten aus dem Bistum Aachen besuchten bei ihrer Wallfahrt in Rom nicht nur zahlreiche Kirchen. Bei ihrer "Sozialaktion" waren sie zu Gast in einer Schule für Migranten. Das haben sie erlebt.

Von Miriam Westerfeld und Lisa Behm, Bistum Aachen |  Rom - 03.08.2018

Während der Ministrantenwallfahrt in Rom haben sich 130 Teilnehmer aus dem Bistum Aachen für die Teilnahme an einer Sozialaktion gemeldet. Auf Einladung der Gemeinschaft Sant’Egidio besuchten die Messdiener eine Schule für Flüchtlinge und Migranten. Viele der Schüler hier mussten ihre Heimat aufgrund von Kriegen, Verfolgung oder Diskriminierung verlassen.

Als die Schule in den 1980er Jahren ins Leben gerufen wurde, sollten Gastarbeiter Grundkenntnisse der italienischen Sprache vermittelt bekommen. Doch in Folge der Flüchtlingsströme in den vergangenen Jahren wurden auch Flüchtlinge aufgenommen. Mittlerweile geht es aber nicht mehr nur die Sprache, sondern auch um die Kultur. Durch das gegenseitige Verständnis untereinander ist die Atmosphäre sehr familiär, was wir auch während eines Besuches im Unterricht erleben durften.

Ministranten aus dem Bistum Aachen
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Ministranten aus dem Bistum Aachen besuchen während ihrer Romwallfahrt eine Schule der Gemeinschaft Sant’Egidio.

Die Schule arbeitet auf ehrenamtlicher Basis und versteht sich nicht nur als Schulklasse, sondern vor allem als Familie - ganz nach dem Motto: Jeder kann helfen und jedem wird geholfen. So trafen wir im Sekretariat auf einen Mann, der als Schüler hierher kam und geblieben ist, um selbst neuen Schülern die ersten Wörter beizubringen. Er erzählte uns auch, dass auch immer wieder die Nachfolgegenerationen alter Schüler zurückkehren.

Seit der Gründung besuchten etwa 150.000 Schüler aus der ganzen Welt die Gemeinschaft; unter anderem aus El Salvador, Irak, Nigeria, Sri-Lanka oder Ägypten. Zum Zeitpunkt unseres Besuches fanden gerade spezielle Sommerkurse mit etwa 150 Teilnehmern statt. Über das Jahr verteilt kommen etwa 3.000 Schüler zum Lernen. Neben den Sprachkursen gibt es auch spezielle Kurse, die zum Beispiel eine Ausbildung als Sozialarbeiter, Integrationsvermittler bzw. Interkultureller Mediator oder Haushaltshilfe ermöglichen.

Eine Schule von Sant’Egidio in Rom
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Die katholische Gemeinschaft Sant’Egidio betreibt die SChule für Migranten in Rom bereits seit den 1980er Jahren

Bei unserem Besuch war es uns aber nicht nur möglich, einen Einblick in den Unterricht zu bekommen. Wir hatten auch kurz die Möglichkeit, uns mit einigen Schülern zu unterhalten. Außerdem konnten einige von uns den ehrenamtlichen Helfern ein wenig unter die Arme greifen. Am Ende unseres Aufenthalts wurden wir eingeladen, in der Kirche Santa Maria in Trastevere gemeinsam das Abendgebet zu feiern und kamen dem sehr gerne nach. An dieser Stelle nochmal ein herzliches Dankeschön an die Gemeinschaft für diese Möglichkeit und den herzlichen Empfang.

Die Gemeinschaft Sant’Egidio wurde 1968 in Rom nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil gegründet. Heute fasst die Gemeinschaft mehr als 60.000 Mitglieder und setzt sich in mehr als 70 Ländern der Welt ein.

Von Miriam Westerfeld und Lisa Behm, Bistum Aachen