Methodisten
Generalkonferenz bleibt beim "Nein" zur Homo-Ehe

Methodisten droht Spaltung wegen Umgang mit Homosexualität

Die Generalkonferenz der Methodisten hat entschieden: Es bleibt bei der bisherigen Lehre - und damit etwa bei der Ablehnung der "Homo-Ehe". Kritiker bezeichnen den Beschluss als "Virus" für die amerikanische Kirche.

Washington - 27.02.2019

Der weltweit 12,6 Millionen Mitglieder zählenden Vereinigten Methodistenkirche droht über den Umgang mit gleichgeschlechtlichen Ehen und LGBT-Geistlichen die Spaltung. Nach der knappen Abstimmung der Generalkonferenz in St. Louis, in der sich die Befürworter eines strikten Kurses mit 53 zu 47 Prozent durchgesetzt hatten, erklärten mehrere Pastoren und Bischöfe der Minderheit, es sei der Punkt erreicht, über neue Wege nachzudenken.

In der von der Mehrheit beschlossenen Resolution ("Traditional Plan") heißt es, "praktizierte Homosexualität steht nicht in Übereinstimmung mit der christlichen Lehre". Gleichzeitig bestätigte die Kirchenführung das Verbot der "Homo-Ehe" sowie strikte Auflagen für Kleriker. Die Methodistenführer hatten zudem zwei weitere Entwürfe zur Auswahl: einen, der die Bewahrung der Einheit der Kirche zum Ziel hatte ("One Church Plan") und einen, bei dem sich unter einem gemeinsamen Dach verschiedene Verbünde bilden sollten, die sich an theologischen Grundsatzentscheidungen orientieren ("Connectional Conference Plan"). Beide erhielten keine notwendige Mehrheit.

Der Informationsdienst der Methodistenkirche zitierte den Konferenzdelegierten Antoine Umba Ilunga aus dem Kongo. Er sei für den Traditionellen Plan, weil "die Bibel sagt, ein Mann müsse eine Frau heiraten". Der US-amerikanische Pastor Tom Berlin aus Virginia hingegen warnte, viele Pastoren in den USA würden die Kirche wegen des Traditionellen Plans verlassen. Der Plan sei ein "Virus, der die amerikanische Kirche sehr krank machen" werde.

Nicht das erste Schisma in den USA

Der Methodismus bildete sich im 18. Jahrhundert in England als Erweckungsbewegung. Er betonte verbindlichen Glauben, soziales Engagement und praktische Dienste der Nächstenliebe. Aktuell sind die Methodisten die zweitgrößte protestantische Kirche der USA. Allerdings verliert sie seit Jahren an Gläubigen. Ihre Mitglieder decken ein breites ideologisches Spektrum ab; es reicht von Hillary Clinton bis Vizepräsident Mike Pence. Eine Mehrheit der Methodisten versteht sich politisch als konservativ, hat aber bei den Themen Abtreibung und Umwelt wesentlich liberalere Ansichten als andere protestantische Kirchen. Eine Spaltung wäre nicht das erste Schisma innerhalb christlicher US-Kirchen über den Umgang mit Sexualität. Die anglikanische Episkopalkirche hat sich darüber ebenso getrennt wie die Presbyterianer. Absetzbewegungen gibt es auch bei evangelikalen Kirchen, deren junge Mitglieder nicht mit der Lehre übereinstimmen.

Der für die Methodisten in Deutschland zuständige Bischof Harald Rückert sieht das Ergebnis als "eine weiter bleibende große Herausforderung an der Einheit der Kirche zu arbeiten und für die Vielfalt zu werben". In Deutschland gehören der Kirche rund 51.000 Mitglieder in rund 500 Gemeinden an. (bod/epd/KNA)