Jugendliche bei einer Ministrantenwallfahrt in Rom.
Bild: © KNA
Im August pilgern mehr als 46.000 deutsche Messdiener in den Vatikan

Ministranten erobern Rom

Der kleine Gallier hat es schon getan: 1976 eroberte Asterix, der Held der gleichnamigen Comic-Serie, in einem Zeichentrickfilm die Hauptstadt des römischen Imperiums. Anfang August wollen es ihm mehr als 46.000 Ministranten aus ganz Deutschland gleichtun. Unter dem Leitwort "Frei! Darum ist es erlaubt, Gutes zu tun" pilgern sie bei einer Ministrantenwallfahrt nach Rom und damit in das Herz der Weltkirche.

Münster - 11.03.2014

"Die große Vorfreude ist in den Diözesen schon jetzt spürbar", sagte Bischof Karl-Heinz Wiesemann am Dienstag bei einer Pressekonferenz im Rahmen der Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz in Münster. Inmitten der zahlreichen Negativschlagzeilen der vergangenen Jahre sei die Wallfahrt für die Kirche eine "besondere Erfolgsgeschichte", so der Bischof, der auch Vorsitzender der Jugendkommission der Bischofskonferenz ist.

Einer der Höhepunkte der Wallfahrt wird nach Angaben von Bianca Mohr, der Leiterin der Arbeitsstelle für Jugendseelsorge der Bischofskonferenz (afj), eine Abendaudienz mit Papst Franziskus sein. Dabei wolle das Kirchenoberhaupt die Pilgergemeinschaft mit den Kindern und Jugendlichen teilen, sie auf dem Petersplatz willkommen heißen und mit ihnen beten. "Ganz sicher lässt die Aussicht auf dieses gemeinsame Gebet mit dem Heiligen Vater in der besonderen Atmosphäre des Petersplatzes die Vorfreude noch einmal wachsen", sagte Mohr.

Teilnehmer aus 26 deutschen Bistümern

Die Teilnehmer der Ministrantenwallfahrt kommen nach Auskunft von Mohr aus 26 deutschen Bistümern. Nicht vertreten ist nur das Erzbistum Köln, das bereits im vergangenen Jahr eine eigene Wallfahrt nach Rom veranstaltet hatte. Abhängig von der individuellen Anreise der Gruppen aus den verschiedenen Diözesen werden die meisten Jugendlichen laut Mohr zwischen dem 4. und 8. August in Rom sein. Die Organisation der Wallfahrt liegt in der Hand der Diözesen; Informationen zur Teilnahme, zum Programm sowie der An- und Abreise bietet die Internetseite www.romwallfahrt-minis.de.

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Video: © Alexander Link

Ein Beitrag der Serie "Rund um den Gottesdienst".

Das Leitwort der Wallfahrt "Frei! Darum ist es erlaubt, Gutes zu tun" ist an das Matthäusevangelium angelehnt. Im zwölften Kapitel wird Jesus, während er die Hand eines Kranken heilt, von den Pharisäern gefragt, ob es erlaubt sei, am Sabbat Gutes zu tun. Jesus antwortet darauf: "Wer von euch wird, wenn ihm am Sabbat sein Schaf in eine Grube fällt, es nicht sofort wieder herausziehen? Und wie viel mehr ist ein Mensch wert als ein Schaf! Darum ist es am Sabbat erlaubt, Gutes zu tun" (Mt 12,11-12).

"Junge Menschen ermutigen, etwas in die Hand zu nehmen"

Das Leitwort wolle junge Menschen dazu ermutigen, etwas "in die Hand zu nehmen" und in ihrem Leben eine konkrete Antwort auf die Freiheit zu geben, die Gott dem Menschen geschenkt habe, betonte Bischof Wiesemann. Das Motto verdeutliche, dass der Mensch frei sei, in der Nachfolge Jesu selbst das Gute zu suchen und auch zu tun. Passend zum Leitwort und dessen Anspruch haben die Verantwortlichen unter dem Titel "Ich bin frei" einen eigenen Mottosong komponieren lassen, der auf die Wallfahrt einstimmen soll.

Wiesemann nutzte die Pressekonferenz auch, um die große Bedeutung von Ministranten für das kirchliche Leben zu betonen. Die Kinder und Jugendlichen erlebten durch ihren Dienst Gemeinschaft und bereicherten die Gottesdienstgemeinde. "Messdienerinnen und Messdiener verstehen ihr Engagement als Dienst, mit dem sie Gemeinschaft mitgestalten können", so der Jugendbischof wörtlich. Es sei Aufgabe der Kirche, die Ministranten persönlich zu begleiten und sie in der Gemeinschaft der Kirche zur Geltung kommen zu lassen.

"Große Herausforderungen" für Ministrantendienst

Mit Blick auf die demografische Entwicklung und die Strukturreformen in zahlreichen Bistümern sprach Wiesemann von "großen Herausforderungen" für den Ministrantendienst. Derzeit gebe es in allen Diözesen aber noch ein hohes Engagement und viel Motivation in diesem Bereich. Die Auswirkungen der Veränderungen in der pastoralen Arbeit müssten jedoch genau beobachtet werden. Auch zu diesem Zweck soll nach Angaben der Bischofskonferenz im kommenden Jahr eine bundesweite Umfrage zum Ministrantendienst durchgeführt werden.

Von Steffen Zimmermann

Linktipp

Weitere Informationen zur Ministrantenwallfahrt nach Rom finden Sie auf der offiziellen Internetseite zur Wallfahrt, die von der Arbeitsstelle für Jugendseelsorge der Deutschen Bischofskonferenz (afj) betreut wird.

Stichwort: Ministranten

Ministranten - auch Messdiener genannt - sind zumeist Kinder und Jugendliche, die den Priester bei der Messfeier oder anderen gottesdienstlichen Feiern unterstützen. Unter anderem helfen Ministranten bei der Eucharistiefeier, in dem sie dem Priester bei der Händewaschung und der Reinigung der liturgischen Gefäße assistieren. In Deutschland gibt es nach Angaben der Deutschen Bischofskonferenz rund 435.000 Ministranten.