Nach Attentat: Schießtraining für Pastoren
Kirchen wollen Geistliche auf mögliche Angriffe vorbereiten

Nach Attentat: Schießtraining für Pastoren

Anfang November starben 26 Gottesdienstbesucher bei einem Attentat auf eine Baptistenkirche in Texas. Jetzt sollen die Pastoren lernen, sich zu verteidigen. Nur von der katholischen Kirche kommt Protest.

Indianapolis - 04.12.2017

Die Pfingstkirche First Bible Apostolics in Indianapolis (Indiana) bietet ein Schießtraining für Pastoren aus mehreren US-Bundesstaaten an. Das "Seminar" soll laut einem Bericht des Regionalsenders Fox 59 an diesem Montag stattfinden. Ziel sei, den Geistlichen beizubringen, wie sie bei einem bewaffneten Angriff auf ihre Kirchengemeinden reagieren könnten.

"Noch vor fünf Jahren wäre ein solcher Lehrgang für eine Kirche undenkbar gewesen", sagte Pastor Ben Smith, Organisator des Trainings. Doch nun müsse man "auf jede Situation vorbereitet" sein. "Wir wissen nicht, was noch alles passieren wird", so Smith mit Blick auf das Massaker in einer Baptistenkirche im texanischen Sutherland Springs. Dort waren Anfang November 26 Gottesdienstbesucher von einem Amokläufer erschossen worden.

Katholische Kirche gegen Waffen in Gotteshäusern

Bereits unmittelbar nach dem Attentat hatte der Generalstaatsanwalt von Texas, Ken Paxton, gefordert, dass man mehr "professionelle Sicherheitskräfte in den Kirchen" brauche. Alternativ müsse man "unsere Gemeindemitglieder bewaffnen, damit sie reagieren können", so der Republikaner. Viele einflussreiche Pastoren wie Robert Jeffres von der First Baptist Megachurch in Dallas sehen das ähnlich. Sie ermutigten ihre Gläubigen, neben Gesangbuch und Bibel auch ihre Colts mitzubringen.

Der katholische Bischof von Texas, Kevin Farrell, sieht das grundlegend anders. Bereits im vergangenen Jahr untersagte er in den katholischen Gotteshäusern seiner Diözese das Mitführen von Waffen, obwohl der Gesetzgeber in Texas dies grundsätzlich erlaubt. "Das sind Schutzräume, heilige Orte, in denen Menschen beten und an den Diensten der Kirche teilhaben", begründete der Hirte seine Haltung, die von seinen Amtskollegen in der US-Bischofskonferenz geteilt wird. (bod/KNA)