Der Trierer Bischof und Missbrauchsbeauftragte der Deutschen Bischofskonferenz, Stephan Ackermann.
In Trier beginnt morgen die zweite Vollversammlung der Diözesansynode

Nicht oberflächlich modernisieren

Die Kirche, weiß Stephan Ackermann , müsse die Welt mit all ihren Entwicklungen sehen, denn sie sei in diese Welt gesandt. Der Trierer katholische Bischof weiß aber auch, dass es bei einer Erneuerung der Kirche nicht um ein "oberflächliches Modernisierungsprogramm" gehen könne. Vielmehr: Der Weg christlicher Erneuerung führe über eine "entschiedenere Angleichung an Jesus Christus". Das gelte für den Weg jedes Einzelnen, und das gelte auch für den Weg der Trierer Bistumssynode.

Trier - 29.04.2014

Deren zweite Vollversammlung steht von Mittwoch bis Samstag in Trier an, in der vormaligen Abteikirche Sankt Maximin. Dort hatte Mitte Dezember auch die erste Vollversammlung getagt, mit der die Ende Juni 2012 von Ackermann ausgerufene und auf eine Dauer von zwei Jahren angelegte Trierer Diözesansynode eröffnet wurde. Es ist die deutschlandweit erste seit einem Vierteljahrhundert. Anders als die Diözesanforen, Diözesanversammlungen oder Dialogveranstaltungen hat eine Synode eine fest definierte kirchenrechtliche Gestalt.

Und weil Ackermann keine "unverbindlichen Meetings" will, sondern "Richtungsentscheidungen für den Weg unseres Bistums", rief er eine Diözesansynode aus. Die definiert das Kirchenrecht als eine "Versammlung von Priestern und anderen Gläubigen" eines Bistums, die "zum Wohl der ganzen Diözesangemeinschaft den Bischof durch Beratung unterstützt".

Als Beratungsorgan des Bischofs - nur er kann eine Diözesansynode einberufen und etwaige Beschlüsse in Kraft setzen - soll sie die bischöfliche Leitung zum Ausdruck bringen und zugleich die diözesane Gemeinschaft in besonderer Weise erfahrbar werden lassen. Damit unterschiedet sie sich von den Synoden evangelischer Landeskirchen, die auch selbstständig gesetzgeberisch und personalentscheidend tätig werden können.

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Was bedeutet eigentlich das Wort Synode und welche Formen von diesen Bischofstreffen gibt es? Die Zeichentrickserie "Katholisch für Anfänger" erklärt es auf einfache Weise.

Versammlung soll breit verankert sein

Die Trierer Diözesansynode zählt rund 280 Mitglieder, die meisten von ihnen sind Laien. 39 Prozent der Synodalen sind Frauen. Von Amts wegen nehmen der Bischof, die Weihbischöfe und der Generalvikar teil, andere wurden gewählt oder vom Bischof ernannt. Die Synodalen sollen die Lebenswirklichkeit des Bistums widerspiegeln. Und die Versammlung soll nach dem Willen des Bischofs im Bistum breit verankert sein; sie solle überall diskutiert und begleitet werden, solle sichtbar sein im Leben der Kirche.

Von daher ist es kein Zufall, dass die anstehende zweite Vollversammlung der Synode während der diesjährigen Heilig-Rock-Tage in Trier stattfindet, die am vergangenen Sonntag begannen und am kommenden Sonntag enden. Sie sollen der Synode einen, wie es beim Bistum heißt, "geistlichen und kulturellen Rahmen" bieten. Im Rahmen des Bistumsfests gibt es ein "Synoden-Cafe" und ein "Synoden-Infozelt".

Nicht zuständig für Fragen, die sich der Zuständigkeit des Bischofs entziehen

Ging es bei der ersten Vollversammlung der Synodalen zunächst darum, dass sie sich kennenlernten, gilt es nun, die konkreten Themen festzuzurren, zu denen es am Ende auch Beschlüsse geben kann. Vier sogenannte Handlungsfelder hat Ackermann vorgegeben: "Kirche in der Welt von heute", "Glauben leben lernen", "Glauben feiern in Gottesdienst und Gebet" und "Die Gaben im Volk Gottes entdecken und fördern". Als "Zeichen der Zeit", von denen aus in diese Felder eingestiegen werden soll, haben Synodale in Arbeitsgruppen ausgemacht: Individualisierung, Pluralisierung, Wandel der Geschlechterrollen, Religiosität, Demografischer Wandel, Flexibilisierung, Medien- und Kommunikationsgesellschaft, Ökonomisierung und Bedrohtes Leben.

Bis Ende nächsten Jahres wird es noch drei Vollversammlungen geben. Nicht zuständig ist eine Diözesansynode für Fragen, die sich der rechtlichen Zuständigkeit eines Diözesanbischofs entziehen. Das gilt etwa für die Frage nach einer Zulassung von Frauen zum Priesteramt oder einer Änderung der Zölibatsvorschrift für Priester. Zu derartigen Fragen soll es aber anlässlich der Synode Diskussionsforen geben, das erste am 13. und 14. Juni in Trier zum Umgang mit wiederverheirateten geschiedenen Katholiken.

Von Peter de Groot (KNA)