Niedersachsen: Reformationstag soll Feiertag werden
Landesregierung legt Gesetzesentwurf vor - Katholiken dagegen

Niedersachsen: Reformationstag soll Feiertag werden

Hamburg und Schleswig-Holstein haben es bereits getan. Jetzt soll der Reformationstag auch in Niedersachen ein gesetzlicher Feiertag werden. Die katholische Kirche ist dagegen.

Hannover - 06.03.2018

Die niedersächsische Landesregierung hat die Einführung des Reformationstages als gesetzlichen Feiertag auf den Weg gebracht. Das Kabinett legte am Dienstag einen entsprechenden Gesetzentwurf vor, der zunächst zur Verbandsanhörung freigegeben wurde. Verbände und gesellschaftliche Institutionen haben sechs Wochen Zeit, sich zu dem Vorschlag zu äußern. Frühestens Mitte April kann dann der Landtag über den Vorschlag entscheiden.

Die Reformation sei eine historische Weichenstellung gewesen, die vor allem in Niedersachsen Spuren hinterlassen habe, erklärte Ministerpräsident Stephan Weil (SPD). "Dieser Tag ist deswegen als neuer gesetzlicher Feiertag besonders gut geeignet". Gemeinsam mit den anderen norddeutschen Regierungschefs hatte er sich bereits Anfang Februar für den Reformationstag als neuen Feiertag ausgesprochen. Auch die niedersächsische CDU-Spitze unterstützt diesen Vorschlag. Die sozialdemokratische Landtagspräsidentin Gabriele Andretta wirbt dagegen für den Internationalen Frauentag am 8. März. Die Grünen plädieren für einen weltlichen Feiertag.

Katholische Kirche gegen Reformationstag als Feiertag

Die evangelischen Kirchen sind für die Einführung des protestantischen Reformationstages, die katholische Kirche in Niedersachsen und die jüdische Gemeinde aber dagegen. Der Leiter des Katholischen Büros Hannover, Felix Bernard, hatte sich stattdessen für den den Buß- und Bettag als neuen Feiertag ausgesprochen, da dieser geeigneter sei. Beide großen Kirchen hätten sich schon früher "in ökumenischer Verbundenheit" für diesen Tag engagiert, so Bernhard. Daher sei es unverständlich, dass die evangelische Kirche diesen Tag inzwischen so gering schätze.

Zuvor hatten bereits Hamburg und Schleswig-Holstein den 31. Oktober zum arbeitsfreien Tag erklärt. Auch hier gab es Kritik. Der Hamburger Erzbischof Stefan Heße erklärte, dass das Datum die Spaltung der Christen vor allem in Deutschland markiere. "Als katholischer Theologe frage ich, ob dies die Zeichen der Zeit sind, die wir als Christen erkennen sollen."

Bremen tendiert ebenfalls zum Reformationstag. Hauptgrund für die Initiative ist das Ungleichgewicht bei der Anzahl der Feiertage zwischen Nord- und Süddeutschland. Niedersachsen gehört mit bislang 9 gesetzlichen Feiertagen im Jahr bundesweit zu den Schlusslichtern. Spitzenreiter Bayern hat 13 Feiertage (bod/KNA)