Ökumenisches Lob für Reformationsjahr 2017
Katholische und evangelische Bischöfe schreiben Brief an Kirchengemeinden

Ökumenisches Lob für Reformationsjahr 2017

In einem gemeinsamen Brief ziehen katholische und evangelische Bischöfe ein positives Fazit des zu Ende gegangenen Reformationsjahrs. Und sie machen konfessionsverbindenden Paaren ein Versprechen.

Erfurt/Magdeburg - 12.01.2018

Die Leitenden Geistlichen der Bistümer Erfurt und Magdeburg sowie der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland und der Evangelischen Landeskirche Anhalts haben das zu Ende gegangene Reformationsjahr gewürdigt. "2017 war ein ökumenisches Jahr und kein Jahr der konfessionellen Abgrenzung. Dafür sind wir sehr dankbar", schreiben die Bischöfe Gerhard Feige (Magdeburg) und Ulrich Neymeyr (Erfurt), Landesbischöfin Ilse Junkermann (Mitteldeutschland) und Kirchenpräsident Joachim Liebig (Anhalt) in einem am Freitag veröffentlichten Brief an die Kirchengemeinden in ihren Bistümern und Landeskirchen.

Man sei mit den ökumenischen Erfahrungen des vergangenen Jahres reich beschenkt worden und wolle den begonnen Weg weitergehen. "Wir nehmen voll Freude wahr, wie viele ökumenische Initiativen es in unseren Gemeinden gibt", so die vier Geistlichen. An vielen Orten gebe es regelmäßige ökumenische Treffen und Gottesdienste; ökumenische Bibelwochen und Kanzeltausch, aber auch gegenseitige Gastfreundschaft und die wechselseitige Nutzung von Räumen gehörten für zahlreiche Gläubige zum Alltag. Diese und andere ökumenische Initiativen sind nach Überzeugung der Geistlichen "wirksame Schritte auf dem Weg zur Einheit der Christen".

Geistliche wollen gemischtkonfessionelle Paare unterstützen

Zugleich betonen die Autoren auch angesichts knapper werdender Ressourcen die Notwendigkeit einer engeren Kooperation von Katholiken und Protestanten. Die Strukturveränderungen in den Bistümern und Landeskirchen machten die Ökumene zwar nicht einfacher, die Gemeinsamkeit der Christen werde in Zeiten abnehmender Ressourcen aber besonders benötigt. "Wir halten es für wichtig, in der alltäglichen Planung den Partner im Blick zu haben. Suchen Sie bitte nach kreativen Wegen, sich auszutauschen und voneinander zu wissen", so der Appell der Geistlichen an die Kirchengemeinden. Sie kündigen in dem Brief an, selbst mit gutem Beispiel vorangehen zu wollen. Vor wichtigen Entscheidungen in gesellschaftlichen und ethischen Fragen werde man das Gespräch mit den Partnern suchen. "So wollen wir, so oft es geht, mit einer Stimme sprechen."

In ihrem Schreiben richten sich die Autoren auch direkt an Gläubige, die in konfessionsverbindenden Partnerschaften und Familien leben. Durch ihr alltägliches Leben, Gebet und Zeugnis seien sie Wegbereiter für die ökumenische Gemeinsamkeit. "Wir versprechen Ihnen, Sie nach Kräften zu unterstützen und zu begleiten", betonen Feige, Neymeyr, Junkermann und Liebig. Konkrete Schritte, zum Beispiel mit Blick auf einen wechselseitigen Empfang von Kommunion und Abendmahl, nennt das Schreiben aber nicht. (stz)

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