Franz-Josef Overbeck im Porträt
Europäische Integration sei "Friedensprojekt"

Overbeck warnt vor Populismus und Nationalismus

Populismus und Nationalismus sind derzeit große Gefahren, meint Bischof Franz-Josef Overbeck. Am Totensonntag erinnerte der Militärbischof an das Ende des Ersten Weltkrieges und machte sich dabei besonders für Europa stark.

Köln - 25.11.2018

Ruhrbischof Franz-Josef Overbeck hat vor aufflammendem Populismus und überzogenem Nationalismus gewarnt. Das Gedenken an das Ende des Ersten Weltkrieges mahne, sich nicht in trügerischer Sicherheit zu wiegen, betonte der Militärbischof am Sonntag in einem Geistlichen Wort zum Totensonntag auf WDR 5. Overbeck rief zudem zur Stärkung der europäischen Einheit auf.

"Die Idee der europäischen Integration wurde geboren als Friedensprojekt", sagte der Essener Bischof. Aus einstigen Erzfeinden seien Verbündete geworden, was sich in der deutsch-franzöischen und der deutsch-polnischen Freundschaft ausdrücke. Durch Kontakte, das gemeinsame Band von Vertrauen und gegenseitige Hilfe wachse Friede.

Augen nicht vor heutigen Kriegsgebieten verschließen

Mit allen in Europa müsse neu darüber nachgedacht werden, "was uns zusammenhält", sagte Overbeck. In diesem Zusammenhang kritisierte er eine oft verrohte Sprache in manchen Debatten. Der Bischof forderte, Eigeninteressen hinter dem gesellschaftlichen Wohl zurückzustellen. Zudem müssten Menschenwürde und -rechte für alle gesichert werden. "Nur so können Frieden und Sicherheit und damit letztlich Wohlstand dauerhaft gewahrt werden", so der Bischof.

Nach den Worten Overbecks erscheint der schon Jahrzehnte währende Friede in Europa vielen Menschen selbstverständlich. Dennoch gelte es, nicht die Augen zu verschließen vor den heutigen Kriegsgebieten der Welt in Afghanistan, im Nahen und Mittleren Osten, in Syrien, im Norden Afrikas, in Mali und auf dem Balkan. (rom/KNA)