Papst Franziskus beim Angelusgebet.
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Franziskus zum Internationalen Tag der Menschenrechte

Papst: Atomwaffenfreie Welt ist Menschenrecht

Am Tag der Menschenrechte hat Papst Franziskus zu einer Welt ohne Atomwaffen aufgerufen. "Wahrer Fortschritt" heiße nicht, alles technisch Machbare umzusetzen, sondern bedeute etwas anderes.

Vatikanstadt - 10.12.2017

Papst Franziskus hat anlässlich der Verleihung des Friedensnobelpreises an die Anti-Atomwaffen-Kampagne (ICAN) zu nuklearer Abrüstung aufgerufen. Dabei schlug er eine Verbindung zum Internationalen Tag der Menschenrechte, der am Sonntag begangen wird. "Sich für den Schutz der Würde aller Menschen einzusetzen, besonders für die der Schwächsten und am meisten Benachteiligten, heißt auch entschlossen für eine Welt ohne Atomwaffen zu arbeiten", sagte er beim Mittagsgebet am Sonntag auf dem Petersplatz. Die "Internationale Kampagne zur Abschaffung von Atomwaffen" nahm am gleichen Tag in Oslo den Friedensnobelpreis entgegen.

"Wir haben die Freiheit, die Intelligenz und die Fähigkeit, die Technologie zu steuern, unsere Macht zu beschränken im Dienst des Friedens und des wahren Fortschritts", sagte der Papst. Franziskus hatte wiederholt, wie schon seine Vorgänger, eine Abschaffung der Atomwaffen verlangt. Jüngst bezeichnete er auch den Besitz von Kernwaffen zum Zweck der Abschreckung als ethisch nicht vertretbar.

Im November hatte der Vatikan eine internationale Tagung zu atomarer Abrüstung veranstaltet. Daran nahmen neben Vertretern internationaler Organisationen mehrere Friedensnobelpreisträger teil, auch die Leiterin der in diesem Jahr ausgezeichneten Abrüstungskampagne ICAN, Beatrice Fihn.

Größte Christenverfolgung aller Zeiten

Auch der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick äußerte sich zum Tag der Menschenrechte und rief zur Religionsfreiheit auf. Dabei erinnerte der Vorsitzende der Kommission Weltkirche der Deutschen Bischofskonferenz vor allem an Christen, die an der Ausübung ihres Glaubens gehindert oder deshalb bedrängt würden. "Wir erleben derzeit die größte Christenverfolgung aller Zeiten", sagte Schick. "Da dürfen wir nicht wegschauen." Die Forderung nach Religionsfreiheit für die Christen sei nicht exklusiv, sondern exemplarisch für alle Menschen, die wegen ihres Glaubens verfolgt würden.

Schick nannte die Religionsfreiheit den Dreh- und Angelpunkt der Menschenrechte. Kein anderes Gut sei mit der Würde des Menschen so tief verbunden wie seine Religion. "Wer dem Menschen seine Religion nimmt, beraubt ihn am tiefsten seiner Würde, die ihm Gott geschenkt hat." Die Religionsfreiheit sei auch mit anderen Menschenrechten wie der Meinungs-, Versammlungs- und Pressefreiheit unteilbar verbunden. Die Menschenrechte seien 1948 als universale und allgemeingültige Individualrechte festgeschrieben worden. Sie könnten daher nicht mit dem Hinweis auf andere Kulturen und Traditionen ausgehebelt werden. (tmg/KNA)