Papst ruft auf Petersplatz zu Applaus für Paul VI. auf
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Franziskus würdigt Vorgänger als "großen Papst der Moderne"

Papst ruft auf Petersplatz zu Applaus für Paul VI. auf

Vor 40 Jahren starb Papst Paul VI., bald wird er heiliggesprochen. Papst Franziskus erinnerte am Sonntag an ihn und rief zu einem spontanen Applaus für diesen "großen Papst der Moderne" auf.

Vatikanstadt - 05.08.2018

Papst Franziskus hat seinen vor 40 Jahren verstorbenen Vorgänger Paul VI. (1963-1978) als "großen Papst der Moderne" gewürdigt. Die Kirche erinnere an ihn mit Verehrung und Dankbarkeit, sagte Franziskus beim Mittagsgebet am Sonntag unter Verweis auf die für den 14. Oktober geplante Heiligsprechung. Weiter nannte er Paul VI. einen Fürsprecher "für die Kirche, die er so sehr geliebt hat, und für den Frieden in der Welt". Franziskus rief seine Zuhörer auf dem Petersplatz zu einem spontanen Applaus für deinen Vorgänger auf.

Paul VI., mit bürgerlichem Namen Giovanni Battista Montini, war am 6. August 1978 im Alter von 80 Jahren am päpstlichen Sommersitz Castel Gandolfo gestorben. Seine 15-jährige Amtszeit war innerkirchlich geprägt durch die Umsetzung des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962-1965), politisch durch die Ära des Kalten Kriegs, die gesellschaftlichen Umbrüche im Westen und zuletzt durch den Terrorismus in Italien. Eine anhaltende Kontroverse löste er mit seinen familien- und sexualethischen Aussagen in dem Lehrschreiben "Humanae vitae" (1968) aus. In der Enzyklika "Populorum progressio" (1967) entwarf Paul VI. Leitlinien einer gerechten globalen Entwicklung. 2014 wurde er von Papst Franziskus seliggesprochen.

Papst: Religion ist nicht nur Umsetzung von Vorschriften

Weiter wandte sich der Papst beim Angelus-Gebet gegen eine Reduktion von Religion auf die Umsetzung von Vorschriften. Es sei eine "Versuchung", das Bild von Herr und Knecht auf das Verhältnis zwischen Gott und dem Menschen zu projizieren, sagte er beim Mittagsgebet am Sonntag auf dem Petersplatz. Der Botschaft des Evangeliums entspreche hingegen eine "Beziehung der Liebe und des Vertrauens zu Jesus".

Wichtiger als die Sorge um das materielle Brot sei der Glaube an Christus als das wahre "Brot des Lebens". Jesus wolle den Hunger des Menschen nach Wahrheit, Gerechtigkeit und Liebe stillen, sagte der Papst. (luk/KNA)