Papst Franziskus schmunzelt, im Hintergrund die Firguren auf den Kolonnaden.
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Nachrichten über Lage des Landes beunruhigen Franziskus

Papst ruft zum Gebet für Griechenland auf

Griechenland beschäftigt nicht nur die Gläubiger, sondern auch die Gläubigen - zumindest, wenn es nach Papst Franziskus geht. Er bittet darum, das "geliebte Land" ins Gebet mit einzuschließen. Gleichzeitig äußert er einen Wunsch für die Verhandlungen.

Vatikanstadt - 01.07.2015

Franziskus denke vor allem an die vielen Familien, die von "einer sehr komplexen und leidvollen menschlichen und sozialen Krise" schwer geprüft seien, so der Sprecher. Zugleich ermahne der Papst dazu, dass die Menschenwürde in allen politischen und technischen Debatten im Zentrum bleiben müsse. Das gelte ebenso für die "Annahme verantwortlicher Entscheidungen". Franziskus rufe alle Gläubigen auf, sich dem Gebet für das Wohl des "geliebten Volkes" anzuschließen.

Der Papst erlebte in seiner Heimat Argentinien als Erzbischof von Buenos Aires den bisher größten Fall einer Staatspleite. 2001 erklärte sich das südamerikanische Land für zahlungsunfähig und stellte seine Schuldentilgung ein. Dabei ging es um rund 100 Milliarden Dollar Anleiheschulden. Vorausgegangen war eine dreijährige Wirtschaftskrise. Anfang 2002 blieben die Banken landesweit mehrere Tage geschlossen. Bei Protesten in Buenos Aires kamen mehr als 20 Menschen ums Leben.

Kurz nach dem Amtsantritt von Ministerpräsident Alexis Tsipras hatte der Papst im Vatikan die katholischen Bischöfe aus Griechenland empfangen. Bei dem Anlass betonte er, Griechenland brauche "mehr denn je den Dialog zwischen seinen verschiedenen politischen und kulturellen Komponenten, um das Gemeinwohl zu schützen und zu fördern".

Weiter appellierte der Papst bei dem Treffen Anfang Februar an die Bischöfe: "Werdet nicht müde, angesichts der anhaltenden Wirtschafts- und Finanzkrise, die euer Land besonders hart getroffen hat, alle zum Vertrauen in die Zukunft zu ermahnen und der sogenannten 'Kultur des Pessimismus' entgegenzuwirken!" (bod/KNA)

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Ärztin Susanne Katholiki Roditis zog vor vier Jahren von Deutschland nach Piräus. Mit katholisch.de spricht sie über ihre deutsche katholische Gemeinde vor Ort und die angespannten Lage wegen des drohenden "Grexits".