Päpstliche Akademie hat neue Satzung
Das war durch den Umbau der Kurienstrukturen fällig geworden

Päpstliche Akademie hat neue Satzung

Beim Umbau der Kurienstrukturen war nun die Päpstliche Akademie für das Leben dran: Deren Mitglieder zum Beispiel werden nicht mehr auf Lebenszeit ernannt - und auch der ethische Treueeid fällt weg.

Vatikanstadt - 05.11.2016

Papst Franziskus hat die Satzung der Päpstlichen Akademie für das Leben überarbeitet. Betätigungsfeld der 1994 gegründeten Einrichtung ist laut dem am Samstag veröffentlichten Statut nicht mehr nur "die Förderung und der Schutz des menschlichen Lebens", sondern auch Geschlechter- und Generationenforschung sowie individuelle Schutzrechte, eine "Humanökologie" und das Verhältnis zwischen Mensch und Umwelt. Die Ernennung der Mitglieder durch den Papst erfolgt nicht mehr faktisch auf Lebenszeit, sondern auf jeweils fünf Jahre.

Eine Erneuerung der Satzung war durch einen Umbau der Kurienstrukturen notwendig geworden. So soll die Akademie jetzt vor allem mit der neu geschaffenen Behörde für Laien, Familien und Leben zusammenarbeiten, nicht wie bisher mit der Glaubenskongregation und dem inzwischen aufgelösten Päpstlichen Rat für die Familie. In dem Zug schafft der Papst die Verpflichtung neuernannter Mitglieder ab, einen ethischen Treueeid, die "Erklärung der Diener des Lebens", zu unterschreiben. Um Ehrenmitglied der Akademie zu werden, genügt für Ordentliche Mitglieder nicht mehr die Vollendung des 80. Lebensjahres; vielmehr ist eine Ernennung durch den Papst erforderlich. Zusätzlich wird eine eigene Mitgliedschaft für Nachwuchswissenschaftler bis 35 Jahre eingeführt.

Es geht noch immer um Lebensschutz

Auch die Finanzierung der Akademie wird neu geordnet. Für die laufenden Kosten sollen hauptsächlich Erträge der Stiftung "Vitae mysterium" verwendet werden. Eventuelle Überschüsse können der Forschungsförderung zugutekommen. Nach der früheren Satzung kam die Güterverwaltung des Heiligen Stuhls für den Akademiehaushalt auf. Zwecke der Akademie bleiben nach wie vor das Studium von Fragen um den Lebensschutz und die wissenschaftliche Zuarbeit für kirchliche Entscheidungsträger auf diesem Feld. Der Einrichtung, die vom früheren Präsidenten des Familienrates, Kurienerzbischof Vincenzo Paglia, geleitet wird, gehören bis zu 70 Wissenschaftler als Ordentliche Mitglieder an, derzeit unter anderen der deutsche Arzt und Theologe Manfred Lütz. (KNA)