Polizei findet Birette auf Autobahn
Besitzer der Priesterhüte bislang unbekannt

Polizei findet Birette auf Autobahn

Die Polizei findet täglich Gegenstände auf der Autobahn, aber bei diesen beiden besonderen Stücken werden die Beamten große Augen gemacht haben: zwei Birette, die traditionellen Kopfbedeckungen von Priestern. Doch wem gehören die Hüte?

Lingen - 13.06.2019

Einen ungewöhnlichen Fund hat die Autobahnpolizei an der A 31 bei Wietmarschen im westlichen Niedersachsen gemacht: Polizisten fanden während einer Streifenfahrt auf der Schnellstraße am Pfingstmontag zwei Birette. Bislang wurden die beiden Priester-Kopfbedeckungen noch nicht von ihrem Besitzer abgeholt, teilte die Autobahnpolizei in Lingen auf Nachfrage von katholisch.de am Donnerstag mit. Auch eine Verlustanzeige liege derzeit nicht vor.

Man könne nicht mit Sicherheit sagen, ob die beiden Hüte in violetter und schwarzer Farbe tatsächlich einem oder mehreren Geistlichen gehörten oder nicht doch Teil einer Verkleidung seien, so die Polizei. Die hochwertige Verarbeitung der Birette lasse jedoch die Annahme zu, dass sie echt sind.

Ein Birett ist die traditionelle Kopfbedeckung katholischer Geistlicher. Es ist seit dem Spätmittelalter bekannt und seine Überreichung bedeutete die Übertragung kirchlicher Pfründe auf den Empfänger. Es ist vierkantig, meist mit einer puscheligen Quaste in der Mitte versehen und wird in den Farben der Soutane des jeweiligen Geistlichen getragen. In Deutschland, Frankreich und den Niederlanden hat es vier, in den meisten anderen Ländern drei bogenförmige Aufsätze. In der Liturgie wird das Birett nur zum Chorgewand getragen, vor dem Altar und dem Tabernakel wird es stets abgenommen. Seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil sind Kleriker nicht mehr verpflichtet, es zur Soutane zu tragen. Infolgedessen sind Birette als Kopfbedeckung von Priestern unüblich geworden. (rom)