Polizei konfisziert zwei Gewehre bei Pfarrer
Zuvor hatte der Geistliche mit den Waffen auf Fotos posiert

Polizei konfisziert zwei Gewehre bei Pfarrer

Mit der Begründung, dass er ein Recht auf Notwehr habe, hat ein Pfarrer in Italien den Besitz zweier Gewehre gerechtfertigt. Trotzdem hat ihm die Polizei in der Region Umbrien die Waffen nun abgenommen.

Rom - 02.03.2019

Ungewöhnliche Beschlagnahmung im umbrischen Pietralunga: Die Polizei konfiszierte bei einem Pfarrer zwei Gewehre, wie italienische Medien am Samstag berichteten. Sie stellte die Flinten sicher, weil der Geistliche außerhalb seines Hauses mit ihnen für Fotos posiert hatte. Bei einer Hausdurchsuchung wurden nicht angemeldete und nicht sicher gelagerte Patronen gefunden.

Im Interview der umbrischen Zeitung "Corriere dell'Umbria" berief sich der Kirchenmann auf sein Recht auf Notwehr. An erster Stelle sei er Italiener, an zweiter Christ und an dritter Priester. Als italienischer Bürger müsse er Gelegenheit zu Notwehr haben. Im Ernstfall würde er nicht nur in die Luft schießen, um Diebe zu verängstigen, sondern, sollte das nicht zur Flucht führen, auch auf die Knie zielen, erklärte der Priester.

Italien debattiert derzeit über Änderungen am Notwehr-Gesetz, nach denen künftig Verteidigung auch mit Waffen in gewissen Fällen als "immer angemessen" gelten könnte. Kritiker fürchten, dies könnte Selbstjustiz befördern. Überfälle, bei denen sich Opfer mit Waffen verteidigten, haben zuletzt zugenommen. (KNA)