Ein Kreuzweg führt zur Klosterkirche im brandeburgischen Neuzelle.
Evangelischer Pfarrer sieht Chancen für Ökumene

Protestanten: Rückkehr der Mönche ist ein Ansporn

Die geplante Rückkehr der Zisterzienser nach Neuzelle in Brandenburg findet nicht nur in der Politik Zuspruch. Auch der örtliche evangelische Pfarrer sieht in dem Projekt eine Chance.

Neuzelle - 16.03.2017

Die geplante Wiederbesiedlung des Klosters Neuzelle durch Mönche stößt in der evangelischen Kirchengemeinde des brandenburgischen Ortes auf Zustimmung. Es könne eine Chance zu noch engeren Beziehungen mit der katholischen Kirche bieten, sagte Neuzelles evangelischer Pfarrer Martin Groß auf Anfrage. Seine Gemeinde feiert ihre Gottesdienste in der Kirche zum Heiligen Kreuz, die zur historischen Klosteranlage gehört.

Vor 200 Jahren mussten die Zisterzienser das Kloster bei Frankfurt/Oder verlassen, nachdem Preußen ihre Besitzungen verstaatlicht hatte. Jetzt wird die Anlage von einer Stiftung des Landes Brandenburg verwaltet. Auf Einladung des Görlitzer Bischofs Wolfgang Ipolt wollen Zisterzienser aus dem österreichischen Heiligenkreuz das Kloster bis 2018 wiederbesiedeln.

Ansporn für ein attraktiveres Gemeindeleben

Groß betonte, durch eine Rückkehr der Mönche erhielte das Kloster seine ursprüngliche Bestimmung zurück. Mit spirituellen Angeboten könnten die Ordensmänner auch auf die evangelische Kirche ausstrahlen. Zugleich sei es für die Protestanten ein Ansporn, ihr Gemeindeleben noch attraktiver zu gestalten.

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Das österreichische Stift Heiligenkreuz will das Kloster Neuzelle in Brandenburg wiederbesiedeln. Auch das Land begrüßt die Pläne. Doch bevor die Mönche kommen, sind noch einige Fragen zu klären.

Brandenburgs Kulturministerin Martina Münch (SPD) kam am Mittwoch nach Heiligenkreuz, um offene Fragen wie die Unterbringung der acht Ordensmänner zu klären, die nach Neuzelle kommen sollen. Groß kündigte an, auch der evangelische Gemeindekirchenrat wolle die Abtei im Wienerwald besuchen.

Pfarrer: Herzlicher Kontakt zu den Mönchen

Der Pfarrer betonte, die Kontakte mit den Zisterziensern seien bereits sehr herzlich. Auch mit der katholischen Gemeinde in Neuzelle seien sie sehr eng. So feierten beide Gemeinden traditionell gemeinsam Gottesdienste und unternähmen Ausflüge.

Das Kloster Neuzelle ist vor allem durch seine Architektur bekannt. Es gilt als nördlichstes Beispiel süddeutschen und böhmischen Barocks in Europa. Die Klosteranlage zieht jährlich rund 120.000 Besucher an. Besondere Sehenswürdigkeiten sind zwei Barockkirchen, ein spätgotischer Kreuzgang, ein barocker Klostergarten und das 2015 eröffnete Museum «Himmlisches Theater - Die Neuzeller Passionsdarstellungen vom Heiligen Grab». Zudem ist die Anlage im Sommer Schauplatz eines Opernfestivals. Mehrere historische Klostergebäude werden von einer Schule in freier Trägerschaft genutzt. (KNA)

Linktipp: Die Wiederbesiedlung hat begonnen

Im November hatten die Zisterzienser des österreichischen Stifts Heiligenkreuz beschlossen, das Kloster Neuzelle wieder zu besiedeln. Nun wurde in Ostbrandenburg der Anfang gemacht. (Artikel von Dezember 2016)