Hunderte Muslime beten in der Moschee von Rom
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Politiker und Kirchenvertreter äußerten sich

Ramadan-Ende: Appelle für ein Miteinander der Religionen

Zum Ende des muslimischen Fastenmonats Ramadan äußerten sich Politiker und Kirchenvertreter in Deutschland. Dabei hatten sie alle einen ähnlichen Wunsch.

Bonn - 24.06.2017

Politiker und Kirchenvertreter sprechen sich zum Ende des islamischen Fastenmonats Ramadan am Samstag für ein Miteinander der Religionen aus. Die Freude über das Fest des Fastenbrechens "sollte uns über die Grenzen unserer Religionen hinweg noch stärker verbinden", erklärte Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier zum Wochenende in seiner Grußbotschaft in Berlin. "Muslime, Juden und Christen teilen nicht nur die Freude an der Gemeinschaft; sie teilen auch den Glauben an einen barmherzigen Gott", so der Bundespräsident.

Außenminister Sigmar Gabriel (SPD) erklärt, er sehe ein großes Friedenspotenzial in den Religionen. "Der Ramadan steht für einen respektvollen Umgang mit den Mitmenschen und für die Unterstützung derjenigen, die Hilfe benötigen. Er steht auch dafür, dass Menschen einander begegnen und über Religionsgrenzen hinweg ins Gespräch kommen", so Gabriel. In seiner Grußbotschaft nimmt Gabriel auch Bezug auf eine Zusammenkunft von Religionsvertretern vor wenigen Wochen im Auswärtigen Amt. "Dieses Treffen hat gezeigt, welches Potenzial für den Frieden in den Religionen liegt. Das war ein ermutigendes Zeichen", so der Außenminister. Er ergänzte: "Möge das Ende des Fastenmonats dafür stehen, dass sich Muslime und andere Gläubige gemeinsam für Frieden und Toleranz einsetzen."

Der Limburger Bischof Georg Bätzing unterstrich im Interview mit WDR5 seinen Aufruf an Christen und Muslime zur Zusammenarbeit "in den aktuellen und drängenden Fragen unserer Zeit". Dieser Herausforderung könnten sie gemeinsam mit Bildung, geistiger Offenheit und dem Willen zur politischen und ökologischen Veränderung entsprechen, betonte der Vorsitzende der Kommission für den Interreligiösen Dialog der Deutschen Bischofskonferenz bereits in der Woche.

Gemeinsam für den Frieden eintreten

Der Präsident des internationalen katholischen Hilfswerks missio München, Wolfgang Huber, sprach sich für mehr interreligiösen Dialog aus. "Nur durch ein friedliches Miteinander der Religionen ist ein dauerhafter Friede möglich", sagte Huber. Gerade in einer Welt, die von Terroranschlägen und sozialer Unsicherheit geprägt sei, sei es wichtig, aufeinander zuzugehen, einander besser kennenzulernen und gemeinsam für das einzutreten, was die Religionen verbinde, nämlich Frieden.

Der islamische Fastenmonat Ramadan begann am 27. Mai. Für Muslime ist das Fasten, das jeweils im neunten Monat des islamischen Mondjahres stattfindet, eine der fünf Säulen ihrer Religion. Die anderen sind das Pilgern nach Mekka, die täglichen Gebetszeiten, das Glaubensbekenntnis zu Allah als einzigem Gott und das Almosengeben. Auf das Ende des Ramadan folgt das dreitägige Fest des Fastenbrechens, arabisch 'Id al Fitr. In Deutschland wird es in diesem Jahr von Sonntag bis Dienstag gefeiert. (KNA)