Vatikansprecher Federico Lombardi.
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Vatikansprecher stellt Details zu Franziskus erster Auslandsreise nach Brasilien vor

"Rechne mit friedlichem Weltjugendtag"

Ungeachtet der jüngsten Massenproteste in Brasilien rechnet der Vatikan mit einem störungsfreien Verlauf des Weltjugendtags in Rio de Janeiro (23. bis 28. Juli). "Wir gehen gegenwärtig davon aus, dass es keine besonderen Konsequenzen oder Unannehmlichkeiten geben wird", sagte Vatikansprecher Federico Lombardi am Mittwoch vor Journalisten im Vatikan. Man habe "vollstes Vertrauen" in die örtlichen Autoritäten.

Vatikanstadt - 17.07.2013

Der Vatikan-Apparat reise gelassen nach Rio, "wissend, dass sich die Demonstrationen nicht gegen den Papst richten und nicht gegen die Kirche", so Lombardi. Ob Franziskus während seiner Reise auf die angespannte innenpolitische Lage im Land eingehen wird, ließ der Vatikansprecher offen. Franziskus reist vom 22. bis 29. nach Brasilien. Es ist die erste Auslandreise des Papstes.

Die Basilika im brasilianischen Marienwallfahrtsort Aparecida.

Das Programm der Reise, die in der Amtszeit des inzwischen emeritierten Papstes Benedikt XVI. geplant wurde, sei für Franziskus "intensiviert" worden, sagte Lombardi. Elemente wie die Pilgerreise nach Aparecida und die Besuche einer Favela und eines Krankenhauses seien hinzugefügt worden.

Besonders der Aparecida-Besuch sei vom Papst ausdrücklich gewünscht worden, so der Sprecher. Damit wolle das Kirchenoberhaupt an das Abschlussdokument des lateinamerikanischen Bischofstreffens von 2007 in der Wallfahrtsstadt erinnern. Seit seiner Wahl zum Papst überreicht Franziskus jedem Staatoberhaupt, das ihn besuche, eine Kopie dieses Textes, der bis heute die Pastoral in Lateinamerika prägt.

Keine "fliegende Pressekonferenz"

Papst Franziskus wird während des Weltjugendtags nicht das gepanzerte Papamobil benutzen, sondern den offenen weißen Geländewagen, den er bislang auch während der Generalaudienzen auf dem Petersplatz verwendete. Lombardi gab zudem bekannt, dass Franziskus während des Flugs von Rom nach Rio keine sogenannte fliegende Pressekonferenz abhalten werde. Benedikt XVI. (2005-2013) und Johannes Paul II. (1978-2005) hatten bei Auslandsreisen auf einige vorab eingereichte Fragen geantwortet. Stattdessen wolle Franziskus in persönlichen Treffen im Flugzeug alle Journalisten begrüßen, so der Vatikansprecher.

Die Eröffnung des Weltjugendtags am Dienstag (23. Juli) wird laut Lombardi wie üblich vom Ortsbischof, in diesem Fall durch Erzbischof Orani Tempesta, durchgeführt. Der Papst nehme daran nicht teil. Er verbringe den Dienstag ohne Termine im Studienzentrum Sumare etwas abseits des Stadtzentrums. (luk/KNA/Radio Vatikan)