Ein Chor steht in einem Halbrund in einer Kirche
Kapellmeister Roland Büchner dirigiert zum letzten Mal

Regensburger Domspatzen: Eine Ära geht zu Ende

Nach einem Vierteljahrhundert ist Schluss: Heute verabschiedet sich der langjährige Chef der Regensburger Domspatzen, Roland Büchner, in den Ruhestand – ein Abschied mit dem Taktstock in der Hand.

Regensburg - 17.07.2019

In Regensburg geht eine Ära zu Ende: Der Chef der Domspatzen, Domkapellmeister Roland Büchner (65), wird am späten Nachmittag das letzte Mal den weltberühmten Knabenchor im Dom bei seinem Abschiedsgottesdienst dirigieren. Der im unterfränkischen Karlstadt geborene Büchner leitete 25 Jahre lang die Domspatzen, als erster Domkapellmeister mit Familie, wie es in der Ankündigung heißt. Er ist verheiratet und hat vier Kinder. In Büchners Amtszeit fiel unter anderem die Untersuchung von Misshandlungs- und Missbrauchsvorwürfne beim Knabenchor.

Der scheidende Domkapellmeister Roland Büchner.

Büchners Nachfolger wird der bisherige Eichstätter Domkapellmeister Christian Heiß (52). Heiß "gehörte zu den acht ausgewählten Top-Kandidaten und beeindruckte beim Vordirigieren das Expertengremium und die Sänger gleichermaßen", hieß es im März. Die im November veröffentlichte Stellenausschreibung hatte sich explizit auch an Frauen gerichtet. Somit wäre erstmals in der Geschichte eine weibliche Domspatzen-Leitung möglich gewesen.

Die Regensburger Domspatzen sind der wahrscheinlich älteste Knabenchor der Welt. Im Jahr 975 gründete der Regensburger Bischof Wolfgang eine eigene Domschule, die neben dem allgemeinbildenden Unterricht besonderen Wert auf die musikalische Ausbildung legte. Den Schülern war der liturgische Gesang in der Bischofskirche übertragen. Die Hauptaufgabe der Domspatzen liegt daher bis heute in der liturgischen Gestaltung der Gottesdienste im Regensburger Dom. (tmg/KNA)