Das russische Andockmodul Pirs im Anflug auf die ISS
Bild: © NASA
Überreste des heiligen Seraphim von Sarnow im Gepäck russischer Kosmonauten

Reliquien eines orthodoxen Heiligen fliegen zur ISS

Wenn nächste Woche die Sojus-Rakete Richtung internationale Weltraumstation startet, sind auch Reliquien dabei – russische Kosmonauten nehmen Überreste des heiligen Seraphim von Sarnow mit auf die Mission.

Bonn - 15.09.2016

Eine Reliquie des orthodoxen Heiligen Seraphim von Sarow wird beim nächsten Flug zur internationalen Raumstation ISS dabei sein. Dies teilte die russisch-orthodoxe Erzdiözese Nischni Nowgorod am Dienstag auf ihrer Internetseite mit.

Die Reliquie wird am kommenden Freitag im Rahmen eines Gottesdienstes im dem heiligen Seraphim gewidmeten Kloster Diwejewo den beiden Kosmonauten Sergei Ryschikow und Andrei Borissenko übergeben. Neben der Reliquie sollen auch ein Evangeliar, Ikonen und ein Stein vom Berg Tabor an Bord sein. "Tabor", nach dem biblischen Berg der Verklärung in Israel, sei auch das Rufzeichen der Weltraummission, wie der Nachrichtendienst Interfax mitteilt.

Am 23. September beginnt die 155-tägige internationale Mission in der Erdumlaufbahn mit dem Start einer Sojus-Rakete vom Weltraumbahnhof Baikonur. Danach wird die Reliquie in die Verklärung-Christi-Kathedrale in der "Sternenstadt" Swjosdny Gorodok nahe Moskau überführt. Dort werden die Kosmonauten der Weltraumorganisation der Russischen Föderation Roskosmos ausgebildet.

Nicht die ersten Reliquien im All

Der heilige Seraphim von Sarow war einer der bekanntesten Mystiker der russisch-orthodoxen Kirche. Der Mönch und Asket war Anfang des 19. Jahrhunderts als Seelsorger und Heiler bekannt. 1903 wurde er heiliggesprochen. In der Sowjetunion wurden seine Reliquien für das "Museum des Atheismus" in Leningrad beschlagnahmt.

Bereits zuvor haben Kosmonauten Reliquien mit ins All genommen. So waren etwa bei der Mission von September 2009 bis März 2010 angebliche Partikel des Kreuzes Christi in der Erdumlaufbahn. (fxn)

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