Der 2002 heiliggesprochene Pater Pio (1887-1969).
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Vatikan rechnet mit großem Besucherandrang zur Ausstellung

Reliquien von Pater Pio im Petersdom

Der Vatikan rechnet zur Ausstellung der Reliquien der heiligen Patres Pio und Leopold Mandic mit großem Besucherandrang. Die Gebeine der beiden Kapuziner werden anlässlich des Heiligen Jahres im Petersdom gezeigt.

Vatikanstadt - 29.01.2016

Damit wolle der Papst "im außerordentlichen Heiligen Jahr der Barmherzigkeit ein außerordentliches Zeichen setzen", so der Präsident des Päpstlichen Rates für die Neuevangelisierung und Chef-Organisator des Jubiläumsjahres.

Pater Pio ist Italiens populärster Heiliger des 20. Jahrhunderts. Die beiden Kapuzinerpatres seien herausragende Beispiele für Barmherzigkeit, so Fisichella weiter. Beide waren besonders als Beichtseelsorger engagiert; dieses Sakrament hebt auch Papst Franziskus immer wieder hervor.

Die Reliquien der beiden Heiligen kommen am Mittwoch in gläsernen Schreinen nach Rom. Zunächst werden sie in der Kirche Sankt Laurentius vor den Mauern zur Verehrung ausgestellt. Am folgenden Freitag werden sie in feierlicher Prozession in den Petersdom überführt. Bis Aschermittwoch haben die Gläubigen zu speziellen Zeiten Gelegenheit zum Gebet bei den Reliquien.

Pater Pio wurde durch Wundmale bekannt

Pater Pio, seit 1904 Mitglied des Kapuzinerordens, wurde durch Wundmale bekannt, die sich von 1918 an seinen Händen und Füßen sowie an der Seite zeigten. Auch spektakuläre Heilungen und Bekehrungen trugen zu seiner Popularität bei. Nach Anschuldigungen wegen Scharlatanerie und zeitweiligen Auflagen der Kirchenleitung, sich aus der Öffentlichkeit zurückzuziehen, erkannte der Vatikan das Wirken des Paters schließlich an. Schon zu Lebzeiten als Heiliger verehrt, wurde Pater Pio am 16. Juni 2002 von Johannes Paul II. (1978-2005) heiliggesprochen.

Der gebürtige Kroate Leopold Mandic wollte sich ursprünglich in seiner Heimat für die Einheit der Christen einsetzen. Auf Wunsch seiner Oberen war er jedoch als Beichtvater in Italien tätig. Wie bei Pater Pio zeigten sich auch bei Leopold die Wundmale Jesu. Am 16. Oktober 1983 sprach Johannes Paul II. ihn heilig.