Papst Benedikt XVI. winkt fröhlich den Gläubigen zu.
Bild: © KNA
"Schülerkreis" tagt ohne Benedikt XVI.

Schüler ohne Lehrer

Der Schülerkreis um den emeritierten Papst Benedikt XVI. tagte August 2013 erstmals ohne seinen akademischen Lehrer. Benedikt XVI. hatte dem Sprecher bei einer Begegnung im Juni mitgeteilt, dass er nicht selbst an der Tagung teilnehme.

Washington/Maynooth - 26.06.2013

Das Treffen der früheren akademischen Schüler von Benedikt XVI. soll demnach vom 29. August bis 2. September am päpstlichen Sommersitz in Castel Gandolfo stattfinden. Das von Benedikt XVI. ausgewählte Thema laute: "Die Frage nach Gott vor dem Hintergrund der Säkularisierung".

Horn, der Assistent von Joseph Ratzinger an der Universität Regensburg war, beschrieb den emeritierten Papst als geistig frisch. Auch wenn man mit 86 Jahren nicht mehr kräftig sei, so seien doch das Gedächtnis frisch und "die Augen sehr hell und freudig" gewesen. Benedikt XVI. habe sich sehr interessiert für alle Neuigkeiten. Bereits einige Woche nach seinem Rückzug vom Papstamt habe sich eine deutliche Besserung seiner Erschöpfung eingestellt, so Horn.

Seit 1977 regelmäßige Treffen

Die 1977 begonnenen regelmäßigen Treffen mit früheren akademischen Schülern gehörten zu den wenigen festen Terminen, die der frühere Professor Ratzinger auch als Papst nicht aufgegeben hatte. Jedes Jahr scharte Benedikt XVI. in Castel Gandolfo mehrere Dutzend Theologen um sich, die bei ihm promoviert, sich habilitiert oder ihm als Assistenten zugearbeitet hatten.

Die Treffen fanden stets hinter verschlossenen Türen statt und waren eine Art Rückkehr in alte Zeiten, wo der Papst im akademischen Milieu diskutierte, Themen wissenschaftlich erörterte, auf Fragen antwortete und Fragen stellte. In den vergangenen Jahren ging es dabei etwa um Darwin und die Evolution, um den Islam, die Ökumene, das Zweite Vatikanische Konzil (1962-1965) oder um die Neuevangelisierung. (KNA)