Staatsbegräbnis für Lepra-Ärztin Ruth Pfau
Beisetzung am Samstag auf christlichem Friedhof in Karachi

Staatsbegräbnis für Lepra-Ärztin Ruth Pfau

Ruth Pfau wird am Samstag auf dem christlichen Friedhof in Karachi beerdigt. Eine pakistanische Abgeordnete will zudem dauerhaft an die Ordensfrau erinnern – und hat dazu einen speziellen Vorschlag.

Karachi - 14.08.2017

Die verstorbene Lepra-Ärztin Ruth Pfau erhält in Pakistan ein Staatsbegräbnis. Die Beisetzung findet am Samstag auf dem christlichen Friedhof der Hafenstadt Karachi statt, wie pakistanische Medien am Wochenende berichteten. Zuvor werde die Totenmesse in der St.-Patrick's-Kathedrale gefeiert. Die international als "Mutter der Leprakranken" bekannte katholische Ordensfrau war am Donnerstag mit 87 Jahren in Karachi gestorben.

Ruth Pfau als Namensgeberin für Straße?

Die Abgeordnete Hina Pervaiz Butt brachte laut der pakistanischen Zeitung "Tribune" zudem eine Resolution ins Regionalparlament ein, um eine Universität, eine Straße oder ein öffentliches Gebäude nach Pfau zu benennen. Zur Begründung erklärte sie, die Ordensfrau sei "die Mutter Teresa Pakistans" gewesen und habe mehr als ein halbes Jahrhundert der pakistanischen Nation und ihren Menschen gedient.

Pfau hatte es in den vergangenen 55 Jahren geschafft, die Zahl der Lepra-Erkrankungen in der Islamischen Republik Pakistan drastisch zu verringern. Seit 1960 lebte sie in der 13-Millionen-Metropole Karachi, wo sie als Ärztin in den Elendsquartieren arbeitete. 1979 wurde sie zur Ehrenbürgerin und zur nationalen Beraterin für Leprafragen im Rang einer Staatssekretärin ernannt. (KNA)

Linktipp: "Der Herrgott wollte mich für diese Arbeit haben"

Als junge Frau kam Ruth Pfau nach Pakistan, wo sie sich dem Kampf gegen Lepra widmete. In Karachi ist die Ordensfrau nun gestorben. Im März erzählte die 87-jährige katholisch.de von ihrem bewegten Leben.