Stadtrat erlaubt Tomatenanbau auf Grab
Bild: © katholisch.de
Enkelin erinnerte mit Pflanzen an die Großeltern

Stadtrat erlaubt Tomatenanbau auf Grab

Im bayerischen Neuburg an der Donau können bald Tomaten vom Friedhof geerntet werden. Diese Art der Grabbepflanzung mag kurios wirken, aber sie steht in Einklang mit der Friedhofsordnung.

Bonn/Passau - 31.05.2017

Der im Herbst vergangenen Jahres aufgekommene Streit um Tomatenpflanzen auf einem Grab in Neuburg an der Donau ist durch eine positive Entscheidung des Stadtrates beendet worden. Die Enkelin der Verstorbenen hatte mit den Pflanzen an gemeinsame Stunden im Garten erinnern wollen, wie die Passauer Neue Presse (PNP) am Dienstag berichtete. Die Stadt habe demnach kein Verbot von Obst- und Gemüsepflanzen auf Gräbern erteilt, solange diese "dem würdevollen Erscheinungsbild eines Friedhofs gerecht" würden, so Pressesprecher der Stadt Bernhard Mahler. Wichtig sei, unabhängig von der Pflanzenart, dass die Gewächse nicht auf andere Gräber übergreifen.

Damit hält die Stadt die Friedhofssatzungen des Bistums Passau ein: "Die Gräber sind so zu gestalten, dass sie sich in das Gesamtbild des Friedhofs ohne Störungen einfügen und den besonderen Charakter ihrer Umgebung der Friedhofsteile wahren." Auf katholisch.de-Anfrage teilte die Pressestelle mit, dass sie mit dieser Regelung gut zurechtkämen. Allerdings habe es noch keine direkte Anfrage zu Gemüseanbau auf einen kirchlichen Friedhof gegeben. Darüber sei man "sehr froh" und gehe "davon aus, dass dies ein ganz spezieller Einzelfall war, der zudem kaum Nachahmer finden dürfte."

Die Tomaten in Neuburg an der Donau hatten im September 2016 bundesweit Schlagzeilen ausgelöst. Dennoch sei das Thema lediglich eine Randerscheinung gewesen, so Mahler weiter. Wie Medien berichteten, hatte sich Stadträtin und Friedhofsreferentin Elfriede Müller (CSU) dafür eingesetzt, dass die Tomatenpflanzen vom Grab beseitigt wurden. "Ein Friedhof ist doch kein Schrebergarten", stellte sie klar. Bereits zu diesem Zeitpunkt sei der Stadtrat von einem Einzelfall ausgegangen und habe bis jetzt mit der Entscheidung gewartet, ohne die Friedhofssatzung zu ändern. (jcm)