Werbeplakate weisen am 27.01.2013 auf dem Potsdamer Platz in Berlin auf die bevorstehenden Filmfestspiele hin. Die 63. Berlinale findet vom 07. bis zum 17.02.2013 statt.
Filmfestival behandelt weibliche Schicksale und Geschichten

Starke Frauen im Mittelpunkt

Die 63. Berliner Filmfestspiele Berlin widmen sich in diesem Jahr den "Schicksalen und Geschichten von Frauen". In vielen Beiträgen der rund 400 Filme agierten sie selbstbewusst als starke Charaktere, erklärte Festivaldirektor Dieter Kosslick am Montag in Berlin. 19 der 24 Filme des offiziellen Programms konkurrieren in diesem Jahr um den Goldenen und die Silbernen Bären.

Berlin - 28.01.2013

Im Wettbewerbsprogramm sind vor allem Filme aus Europa und Nordamerika vertreten. Die feierliche Preisverleihung findet am 16. Februar statt. Das Festival beginnt am 7. Februar und endet am 17. Februar mit der Wiederholung des Gewinnerbeitrags.

Kosslick betonte zudem, weltweit erlebe das Independent Cinema - die unabhängigen Filmproduktionen - einen Aufschwung. Die Berlinale präsentiere Werke von jungen Talenten und etablierten Filmkünstlern, bei denen sich oft Realität und Fiktion verblüffend ähnelten. Aus Deutschland tritt das Auswanderer-Epos "Gold" von Thomas Arslan mit der Schauspielerin Nina Hoss an. Zum Abschluss seiner "Paradies"-Trilogie zeigt der Österreicher Ulrich Seidel das letzte Kapitel "Paradies: Hoffnung".

Regisseur Steven Soderbergh ist mit dem Psychothriller "Side Effects" ("Nebenwirkung") mit Jude Law, Rooney Mara und Catherine Zeta-Jones im Wettbewerb. Aus den USA kommt auch die Action-Komödie "The Necessary Death of Charlie Countryman" von Fredrik Bond mit Shia LaBeouf, Evan Rachel Wood und dem deutschen Schauspieler Til Schweiger. Mit einem aktuellen Problem beschäftigt sich ein weiterer US-amerikanischer Film mit dem Titel "Promised Land". Matt Damon legt sich als Einzelkämpfer mit einen Gaskonzern an, der mit unkonventionellen Methoden - durch das sogenannte Fracking - neue Erdgasquellen erschließen will.

Französische Weltpremieren mit Deneuve und Binoche

Als Weltpremiere werden im Wettbewerb zudem der französische Film "Camille Claudel 1915" von Bruno Dumont mit Juliette Binoche gezeigt. Catherine Deneuve spielt in einem weiteren französischen Beitrag mit dem Titel "Elle s'en va" ("Auf meinem Weg") von Emmanuelle Bercot, der ebenfalls als Weltpremiere präsentiert wird.

Gezeigt wird zudem eine Neuverfilmung des Romans von Denis Diderot "La Religieuse" ("Die Nonne"), bei dem auch die deutsche Schauspielerin Martina Gedeck mitspielt. Weitere Filme kommen unter anderem aus Spanien, Rumänien, dem Iran, den Niederlanden, der Russischen Föderation und Polen. Im polnischen Beitrag spielt ein homosexueller Priester die Hauptrolle.

Mehrere Filme laufen außer Konkurrenz

Außer Konkurrenz laufen unter anderem die US-Produktion "Before Midnight" mit Ethan Hawke und Julie Delpy sowie die Verfilmung des Bestsellers "Nachtzug nach Lissabon" von Pascal Mercier unter der Regie von Oscar-Preisträger Bille August. Er konnte dafür Weltstars wie Jeremy Irons, Martina Gedeck, August Diehl, Christopher Lee und Charlotte Rampling gewinnen.

Ein weiterer Beitrag, der außer Konkurrenz gezeigt wird, ist der Film "Yi dai zong shi" (The Grandmaster) des chinesischen Regisseurs Wong Kar Wai, der zugleich Jury-Präsident ist. Weitere Jury-Mitglieder sind unter anderen der deutsche Regisseur Andreas Dresen, der US-amerikanische Schauspieler und Regisseur Tim Robbins sowie die dänische Regisseurin Susanne Bier.

Der französische Dokumentarfilmer Claude Lanzmann wird für sein Lebenswerk geehrt. Sein Epos "Shoah" wird bei der Berlinale als digital restaurierte Fassung gezeigt. Zudem werden die italienische Schauspielerin Isabella Rossellini sowie der deutsche Filmemacher Rosa von Praunheim ausgezeichnet. (KNA)