Karl Kardinal Lehmann, Bischof von Mainz, im Porträt
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Kardinal Karl Lehmann leitet letztmals "Mainzer Gespräch"

Theologen loben Gespräche mit Kardinal Lehmann

1989 hatte Kardinal Karl Lehmann erstmals zum "Mainzer Gespräch" zwischen Bischöfen und Theologen geladen. Die Wissenschaftler hatten zuvor lautstark Kritik an Papst und Vatikan geäußert.

Mainz - 10.05.2016

Nach Angaben der Bischöflichen Pressestelle Mainz soll es im Dezember das nächste "Mainzer Gespräch" geben. Über den Vorsitz werde bei der Herbstvollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz entschieden. In der jetzigen Runde würdigte der Sprecher der Arbeitsgemeinschaft der theologischen Disziplinen, der Erfurter Liturgiewissenschaftler Benedikt Kranemann, das "Mainzer Gespräch" als einen "Ort des offenen Austauschs". Er bescheinigte Lehmann, stets ein "starker Partner der Theologie" gewesen zu sein. "Sie haben sich unendlich für die Theologie eingesetzt und sich um sie verdient gemacht", sagte Kranemann. Lehmann würdigte die "offene und vertrauensvolle Gesprächsatmosphäre". "Ich habe mich in diesem Kreis immer sehr wohlgefühlt", so der Kardinal.

Lehmann, seinerzeit Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz, hatte die "Mainzer Gespräche" in Reaktion auf die sogenannte "Kölner Erklärung" ins Leben gerufen. Darin hatten rund 200 Theologieprofessoren aus dem deutschsprachigen Raum gegen das römische Vorgehen bei Bischofsernennungen, gegen die Verweigerung der kirchlichen Lehrerlaubnis für Theologen, die nicht ganz auf Linie der Glaubenskongregation lagen, und gegen eine ihrer Ansicht nach zu machtvolle Ausübung des Papstamtes durch Johannes Paul II. protestiert. (KNA)

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Der Mainzer Kardinal Karl Lehmann hat Kurienkardinal Gerhard Ludwig Müller während dessen Studiums betreut. Jetzt kritisiert er eine Aussage seines ehemaligen Schülers über Papst Franziskus.