Papst Franziskus während seiner ersten Generalaudienz.
Ägypten habe bestmögliche Vorbereitung zugesichert

Trotz Terror: Papst hält an Ägypten-Reise fest

Ein volles Programm hat Papst Franziskus für seinen Besuch in Ägypten geplant. An dem will er trotz der Terroranschläge auf die koptischen Kirchen festhalten. Ägypten habe auch etwas zugesichert.

Vatikanstadt - 17.04.2017

Die Anschläge auf zwei koptische Kirchen am Palmsonntag haben nach Angaben aus dem Vatikan keinen Einfluss auf das geplante Besuchsprogramm von Papst Franziskus. Die für den 28. und 29. April vorgesehene Reise finde wie geplant statt, so Vatikansprecher Greg Burke. "Wir fahren entspannt", sagte der vatikanische Innenminister, Kurienkardinal Giovanni Angelo Becciu. Ägypten habe die bestmögliche Vorbereitung zugesichert.

Volles Program in 27 Stunden

Am ersten Tag sind in Kairo Begegnungen mit Präsident Abdel Fattah al-Sisi, dem Großimam der Al-Azhar-Universität, Ahmed Mohammed al-Tayyeb, sowie dem koptischen Papst Tawadros II. geplant. Am 29. April feiert der Papst einen Gottesdienst in der ägyptischen Hauptstadt. Danach steht ein Mittagessen mit den ägyptischen Bischöfen und ein Gebetstreffen mit Priestern, Ordensleuten und Seminaristen auf dem Programm. Der Aufenthalt in Ägypten dauert 27 Stunden.

Als erster Papst hatte Johannes Paul II. (1978-2005) im Jahr 2000 Kairo besucht. Seither veränderten der "Arabische Frühling" und das Erstarken der Muslimbrüder sowie deren Entmachtung durch al-Sisi 2013 die Lage der christlichen Minderheit. Auch der theologische Dialog zwischen Vatikan und Al-Azhar-Universität erlitt zwischenzeitlich einen Rückschlag. Mittlerweile ist das interreligiöse Gespräch nach vatikanischen Angaben in eine "neue Phase" getreten. Ein Thema des Austauschs sind Strategien gegen religiösen Extremismus. (KNA)