Die Hedwigskathedrale ist die Bischofskirche der Erzdiözese Berlin.
Geschäftsbericht: Steigerung auf rund 593 Millionen Euro

Vermögen des Erzbistums Berlin wächst

Niedrige Arbeitslosigkeit, stabile Zahl an Kirchensteuerzahlern: Das Erzbistum Berlin konnte in seinem Geschäftsbericht ein Plus ausweisen. Doch man bereitet sich schon auf schlechtere Zeiten vor.

Berlin - 04.08.2017

Das Vermögen des Erzbistums Berlin ist größer geworden. Wie aus dem am Freitag veröffentlichten aktuellsten Geschäftsbericht für 2015 hervorgeht, belief sich das Gesamtvermögen auf 592,7 Millionen Euro, das waren 12,8 Millionen Euro mehr als im Jahr 2014.

Mehr als die Hälfte davon - 341,6 Millionen Euro - entfielen auf Rückstellungen, hauptsächlich für Pensionen (277,1 Millionen Euro). Das Eigenkapital betrug 231,8 Millionen Euro. Dabei war der Sachwert von Grundstücken und Gebäuden mit 132,8 Millionen Euro angesetzt. Im Blick auf die Verbindlichkeiten heißt es, seit 2003 - dem Jahr der Finanzkrise des Erzbistums - seien dessen Bankverbindlichkeiten - auch mit Hilfe der anderen deutschen (Erz-)Bistümer - von 114,3 Millionen Euro auf 9 Millionen Euro abgebaut worden.

Niedrige Arbeitslosigkeit und konstante Zahl an Kirchensteuerzahlern sorgt für plus

Im Bistumshaushalt von 2015 listet der Bericht Einnahmen von 242,3 Millionen Euro auf, davon 125,7 Millionen Euro aus Kirchensteuern und 4,7 Millionen Euro an Staatsleistungen. Auf der Ausgabenseite machten die Personalkosten mit 100,4 Millionen Euro den größten Posten aus. Erschienen ist der Geschäftsbericht zusammen mit dem Jahresbericht 2015 über die wichtigen Ereignisse im Erzbistum. Es zählt gegenwärtig rund 412.000 Katholiken in Berlin, Brandenburg und Vorpommern.

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Ein Beitrag der Serie "Katholisch für Anfänger". Die Zeichentrickserie erklärt auf einfache und humorvolle Art zentrale Begriffe aus Kirche und Christentum. In dieser Folge geht es um die Kirchenfinanzierung.

Finanzdezernent Bernd Jünemann erklärte in dem Geschäftsbericht, die gute finanzielle Lage des Erzbistums 2015 sei einer niedrigen Arbeitslosigkeit und einer stabilen Zahl von Kirchensteuerzahlern zu verdanken. Die weiteren Planungen berücksichtigten jedoch, dass das Kirchensteueraufkommen künftig sinken werde.

Nach Angaben des Erzbistums gibt der Geschäftsbericht nicht die Gesamtsumme der Finanzen aller katholischer Institutionen auf dem Bistumsgebiet wieder. Die rechtlich selbstständigen Organisationen und Körperschaften verwalten ihre Vermögen und deren Verwendung eigenständig. (KNA)

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