Vor Besuch: Bischöfe besorgt um Status quo Jerusalems
18. internationales Bischofstreffen im Heligen Land steht bevor

Vor Besuch: Bischöfe besorgt um Status quo Jerusalems

US-Präsident Donald Trump hat Jerusalem als Hauptstadt Israels anerkannt. Bischöfe aus aller Welt sind deshalb besorgt. Ab Samstag besuchen sie gemeinsam das Heilige Land, um die Situation zu erörtern.

Bonn - 09.01.2018

Vor einem internationalen Bischofstreffen im Heiligen Land haben sich die Kirchenvertreter beunruhigt über die Situation in Jerusalem gezeigt. "Die Bischöfe sorgen sich infolge der unilateralen Erklärung von US-Präsident Donald Trump zur Anerkennung Jerusalems als Hauptstadt des Staates Israel um den Status quo der Stadt, in der sich die Heiligen Stätten von Judentum, Christentum und Islam befinden", heißt es in einer Pressemitteilung der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) am Dienstag.

Bei ihrem am Samstag beginnenden 18. Heilig-Land-Besuch wollen die Vertreter von zwölf europäischen und nordamerikanischen Bischofskonferenzen sowie aus Südafrika die aktuelle Lage erörtern. Für die Deutsche Bischofskonferenz nimmt der Vorsitzende der Arbeitsgruppe "Naher und Mittlerer Osten", der Mainzer Weihbischof Udo Bentz, teil. Auf dem Programm stehen unter anderem Begegnungen mit dem Apostolischen Administrator des Lateinischen Patriarchats von Jerusalem, Erzbischof Pierbattista Pizzaballa, weiteren Vertretern der katholischen Ortskirchen und internationalen Diplomaten.

Christen im Heiligen Land mit Besuch stärken

Ein weiterer Schwerpunkt des Treffens, das bis zum 18. Januar dauert, soll die Lage der jungen Menschen sein. Neben Jerusalem sind die weiteren Stationen Betlehem, Emmaus und Gaza. Ziel der Visite ist es, Christen und Kirchen im Heiligen Land in ihrem Einsatz für Gerechtigkeit, Frieden und Verständigung zwischen den Völkern und Religionsgemeinschaften zu stärken und die Verbindung der Weltkirche mit ihnen zu festigen. Begegnungen mit Pilgern und Gottesdienste mit einheimischen Christen gehören zum festen Bestandteil der Treffen.

Im Westjordanland leben rund 2,9 Millionen Menschen, unter ihnen schätzungsweise knapp 50.000 Christen. In Israel leben nach Angaben des Zentralen Israelischen Statistikbüros rund 170.000 Christen - rund zwei Prozent der Bevölkerung. In Jerusalem befindet sich mit der Grabeskirche die heiligste Stätte des Christentums, mit der Klagemauer die heiligste Stätte des Judentums und mit dem Tempelberg (Al-Haram al-Scharif: das edle Heiligtum) eine der heiligsten Stätten des Islams. (bod/KNA/dpa)