Ein Feuerwehrmann untersucht das Wrack des Busses.
Erneut Gläubige bei schwerem Verkehrsunglück getötet

Wallfahrt endet tödlich

Tödliches Ende eines Ausflugs: Ein schweres Busunglück nahe Neapel hat am Sonntagabend mindestens 39 Menschenleben gefordert. Der Reisebus war italienischen Medien zufolge auf der Rückfahrt vom Wallfahrtsort San Giovanni Rotondo in Apulien. Dort hatte die Gruppe das Grab des Volksheiligen Pater Pio besucht. Die Behörden bemühen sich derzeit um die Identifizierung der Opfer.

Rom - 29.07.2013

Die insgesamt 48 Reisenden, unter ihnen zahlreiche Kinder, hatten einige Urlaubstage in Telese in der Region Benevento verbracht und waren auf dem Rückweg nach Neapel. Der Bus war ersten Ermittlungen zufolge in der Nähe von Neapel sehr schnell in ein Stau-Ende gerast, hatte mehrere Autos gerammt, eine Leitplanke durchbrochen und war schließlich in eine 30 Meter tiefe Schlucht gestürzt, wo er in unwegsamem Gelände liegen blieb.

Schwierige Bergung

Warum der Bus gegen 20.30 Uhr so schnell auf das Stau-Ende auffuhr, blieb zunächst unklar. Möglicherweise habe es ein Problem mit den Bremsen gegeben oder aber ein Reifen sei geplatzt, berichtete die italienische Nachrichten-Agentur Ansa unter Berufung auf Augenzeugen. Die Autobahn blieb nach dem Unfall stundenlang gesperrt.

Die Bergungsarbeiten gestalteten sich wegen des unwegsamen Geländes schwierig. An der Unfallstelle wurden die geborgenen Leichen zunächst mit Tüchern bedeckt auf der Straße aufgereiht. Berichten zufolge ist auch der Busfahrer unter den Toten.

Am Montagmorgen kam der Bischof der Diözese Pozzuoli, Gennaro Pascarella, an den Unglücksort. Im Laufe des Tages will er nach Angaben der Zeitung "Il Mattino" die Verletzten im Krankenhaus besuchen. Zu der Gruppe zählten Personen aus Pascarellas Bistum nahe Neapel.

Bischof kondoliert

Auf der Webseite des Bistums schrieb Pascarella, dass es angesichts dieser Tragödie keine Worte gebe, um den Schmerz der Menschen auszudrücken, die ihre Angehörigen verloren hätten. "In dieser traurigen Stunde voller Schmerz wollen wir für die Toten beten und ihren Familien nahe sein", so der Bischof weiter.

Bundeskanzlerin Angela Merkel drückte in einem Kondolenztelegramm an Italiens Ministerpräsident Enrico Letta ihre Anteilnahme aus. "Ich möchte Ihnen und Ihren Landsleuten die Anteilnahme der Menschen in Deutschland und mein ganz persönliches Mitgefühl ausdrücken" so Merkel und weiter: "Den Angehörigen der Opfer möchte ich auf diesem Weg unser tief empfundenes Beileid und den Verletzten unsere besten Wünsche für eine rasche und vollständige Genesung übermitteln."

Erst in der vergangenen Woche hatte sich in Spanien ein schweres Verkehrsunglück ereignet. Bei einem Zugunglück im nordwestspanischen Wallfahrtsort Santiago de Compostela waren 77 Menschen ums Leben gekommen.

Das Unglück ereignete sich am Vorabend des Festtages des Patrons der galizischen Pilgerstadt, des heiligen Jakobus. Auch in diesem Fall waren Pilger unter den Opfern. (meu/luk/KNA/dpa)